Brief von Casinos-Chef: Hitze des Gefechts groß, bitte Gelassenheit

Wien (APA) - Der neue Casinos-Austria-Chef Alexander Labak, ein Mann der tschechischen Mehrheitseigentümerin Sazka, ruft seine Mitarbeiter in einem Brief zu mehr Gelassenheit auf. Es wäre hilfreich, dem, "was so in der Zeitung steht", weniger Aufmerksamkeit zu widmen, schreibt Labak. Der neue Generaldirektor ist wegen seines harschen Führungsstils nicht beliebt.

Der Casinos-Zentralbetriebsrat hatte Labak bereits vor einem Monat für sein Verhalten gegenüber den Mitarbeitern und auch gegenüber Führungskräften scharf kritisiert. In einem auch an Medien gespielten Brief hatte der Belegschaftsvertreter dem Chef unter anderem die missbräuchliche Verwendung der zentralen Videoüberwachung vorgeworfen; außerdem hätten Direktoren jetzt kaum noch Gestaltungsspielraum. Der von Labak sowie der Sazka-Gruppe vorangetriebene Verkauf der Auslandstochter CAI sorgt intern und auch im Finanzministerium ebenfalls für Kritik.

In dem am Donnerstag in der Früh an alle Mitarbeiter versandten Brief, der der APA vorliegt, erklärte Labak, er habe sich in den vergangenen Monaten "erst ein wenig einleben" müssen. "Ich habe euch mit Fragen gelöchert, Reviews angesetzt, Aussagen und Pläne hinterfragt und euch dutzende Aufträge mitgegeben mit der Bitte um rasche Umsetzung." Die Zeit habe natürlich nie gereicht und die "Hitze des Gefechts" sei manchmal groß gewesen. "Mein doch recht direkter, informeller und fordernder Führungsstil war für den einen oder anderen eine bisher vielleicht ungewohnte Art, mit einem 'Herrn Generaldirektor' zu interagieren", resümiert Labak.

Um die notwendigen Veränderungsprozesse erfolgreich zu begleiten, "wäre manchmal etwas mehr Gelassenheit und etwas weniger Aufmerksamkeit auf das, was so in der Zeitung steht, durchaus hilfreich".

Er habe im Konzern viel Gutes erlebt, von "Auskennern, die ihr Business bis ins Detail beherrschen", bis zu "Verantwortungsbewussten" beim Spielerschutz. Puncto Vielfalt sei es sehr erfreulich, dass im männerdominierten Außendienst der Lotterien acht von neun Positionen mit Frauen nachbesetzt worden seien.

Mit dem Geschäftsverlauf ist Labak noch lange nicht zufrieden. Die Besucherzahlen in den 12 österreichischen Casinos entwickelten sich "derzeit nicht nach Wunsch", mit den Lotterieprodukten würden jüngere Menschen "unzureichend" erreicht und bei den Video Lottery Terminals (VLTs) in den WINWIN-Hallen hinke die Profitabilität hinterher.

Im Online-Glücksspielbereich (win2day) habe man "laut jüngsten Markterhebungen" nur 40 Prozent Marktanteil, bemerkt Labak weiters kritisch. Er bezieht sich damit auf eine Erhebung des Beraters Kreutzer, Fischer & Partner (KFP) im Auftrag der alternativen Online-Wett- und -Glücksspielanbieter, laut der 60 Prozent der Internet-Zockerseiten über keine österreichische Lizenz verfügen. In Österreich darf nur die Casinos-Tochter Lotterien legal Online-Glücksspiel anbieten. Obwohl die anderen Anbieter wie bwin oder bet-at-home zusammen mehr Geschäft machen, agieren sie im rechtlichen Graubereich. Sie lobbyieren schon lange für eine Marktöffnung.

Im Sportwettenbereich (tipp3) sieht der seit Mitte 2017 amtierende Casinos-Austria-Boss ebenfalls "wesentliche Wachstumspotenziale". Bei der Auslandstochter CAI "haben wir noch kein stringentes Geschäftsmodell".

Labak verteidigt auch die neuen Casinos-Eigentümer Sazka und Novomatic. Diese bauten auf eine "erfolgreiche, nachhaltige Entwicklung unseres Unternehmens".

Das erfolgreiche Jahr 2017 sei ein "Sprungbrett für neue Höhen", die Casinos müssten sich angesichts der digitalen Herausforderungen "zum Teil neu erfinden".

Beendet hat Labak den Brief mit "Onwards + Upwards", unterschrieben mit "Alex".

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker