Brexit und Handelsabkommen - Bauern bangen um ihren Markt

Wien/London (APA) - Die österreichischen Bauern sorgen sich nicht nur um finanzielle Auswirkungen auf die Agrarpolitik, wenn die Briten die EU verlassen. "Der Brexit wird möglicherweise das europäische Budget berühren, er wird möglicherweise aber vor allem den europäischen Markt berühren", sagte am Sonntag Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes.

Es gingen zig-Millionen Konsumenten aus dem gemeinsamen Markt verloren. "Das ist gefährlich". Damit drohten grobe Störungen, die die Landwirte stärker treffen würden als die budgetären Auswirkungen des Brexit selber, argumentierte Schultes in der ORF-"Pressestunde" zu Fragen nach den Brexit-Folgen fürs EU-Budget und damit für die Agrarsubventionen.

Gefährlich wird in den Augen der Bauernvertreter auch ein Zusammentreffen von Brexit und das Inkrafttreten von Handelsabkommen der EU mit südamerikanischen Ländern (Mercosur, vor allem mit Brasilien und Argentinien) und des Kanada-Freihandelsabkommens CETA. "Alles berührt den Agrarmarkt, und wenn das gemeinsam passiert, ist es nicht erträglich", so Schultes. Wenn der Brexit schief laufe, "werden wir alles tun, dass das Abkommen mit Mercosur nie in Kraft tritt, und dann werden wir uns auch gegen CETA wehren - obwohl es im Prinzip vernünftig wäre."

Als besonders sensibel gilt für die heimischen Bauern der Fleischmarkt: Durch Handelsabkommen kämen zusätzlich große Mengen an Rindfleisch auf den Markt. Die seien vor allem aus Irland zu erwarten, wenn die Iren nicht mehr an die Briten verkaufen würden und Großbritannien sich auf der ganzen Welt eindecke. "Und wenn dann noch aus Argentinien Rindfleisch kommt, wird es ein großes Problem", sagte Schultes. "Dann brechen bei uns die Rindfleischmärkte ein." Das sei dann problematisch für jeden Rinderbauern, für jeden Bergbauern.

Schultes sprach sich erneut gegen die von der FPÖ geforderte Deckelung der Agrarförderungen aus. "Damit schließen wir die letzten Vollerwerbsbetriebe auch noch aus."

München (APA/Reuters) - Siemens kauft das US-Technologieunternehmen Austemper Design Systems, einen jungen Softwareanbieter für Sicherheitsanwendungen. Mit der Übernahme könne Siemens sein Angebot an Kunden ergänzen, die sich mit autonomem Fahren sowie der Digitalisierung von Produktionsbetrieben und Infrastruktur beschäftigen, teilte das Unternehmen mit. Die Details der Übernahme würden nicht bekannt gegeben.
 

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Siemens kauft US-Technologie-Start-up

Washington (APA/AFP/Reuters) - "Baut sie hier!": US-Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit der EU erneut mit Strafzöllen auf europäische Auto-Importe gedroht. Wenn die Europäische Union nicht "bald" ihre langjährigen Zölle und Barrieren für US-Produkte "niederbricht und beseitigt", würden die USA einen 20-prozentigen Tarif auf alle aus der EU eingeführten Autos verhängen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.
 

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Trump droht wieder mit Zöllen auf EU-Autos: "Baut sie hier!"

Brüssel (APA/dpa/Reuters) - Mit Zöllen auf amerikanische Produkte wie Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter hat die EU im Handelsstreit mit den USA zurückgeschlagen. Die Vergeltungszölle sind in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten. Auf europäische Verbraucher dürften bei einigen Produkten Preiserhöhungen zukommen.
 

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Zölle auf US-Produkte in Kraft: Einige Produkte dürften teurer werden