Brexit: Europäische Konzernchefs sind besorgt

Wien/London. Unsicherheit herrscht vor allem in Bezug auf zukünftige Investitionen - Lobbyorganisation ERT fordert "effektive Übergangsperiode" und rasch Klarheit für die nächsten zwei bis drei Jahre -

Europäische Firmenchefs blicken mit Sorge auf die weiteren Entwicklungen in Sachen Brexit. Die Lobbyorganisation European Round Table of Indstrialists (ERT), der, inklusive voestalpine-CEO Wolfgang Eder, 57 Vorstandsvorsitzende und Vorstände der größten europäischen Unternehmen angehören, wünscht sich laut Eigenangaben rasch Klarheit, um ihre Geschäftsstrategie anpassen zu können.

Den Chefs der größten Konzerne Europas bereiten die "beispiellosen Herausforderungen", die mit der EU-Austrittsentscheidung der Briten verbundenen sind, vor allem im Hinblick auf zukünftige Investitionen Sorge, wie deren Lobbyorganisation in einer Aussendung mitteilte.

Konkret bräuchten die Konzernlenker schon "innerhalb der nächsten drei Monate einen verlässlichen Planungsrahmen", damit Investitionsentscheidungen nicht wesentlich beeinträchtigt würden.

Für die "hoffentlich bald beginnenden Brexit-Verhandlungen" seien aus unternehmerischer Sicht vor allem drei Punkte entscheidend, bekräftigte Eder in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Der Vorstandschef des börsennotierten Stahlkonzerns wünscht sich zum einen "möglichst rasche Fortschritte bei den Diskussionen über die zukünftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU" und zum anderen eine "effektive Übergangsperiode", um für die nächsten zwei bis drei Jahre einen klaren Rahmen zu schaffen sowie "größtmögliche Kontinuität bei politischen Entscheidungen und Verordnungen".

Positiv schätzen die Firmenbosse in Europa jedenfalls die globalen wirtschaftlichen Aussichten ein, wie aus einer aktuellen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervorgeht, die im Auftrag des ERT durchgeführt wurde.

"Der wirtschaftliche Aufwärtstrend, insbesondere in Europa, ist nach den herausfordernden Jahren infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise höchst erfreulich und stimmt uns für die nahe Zukunft zuversichtlich", sagte Eder zur APA. Um das positive Umfeld für Investitionen nutzen zu können, sei aber eine "vernünftige, global vertretbare EU-Energie- und Klimapolitik" erforderlich. "Auch wenn wir sehr gut aufgestellt sind, macht die Umfrage unter den führenden CEOs einmal mehr klar, dass europäische Unternehmen langfristige politische und wirtschaftliche Planungssicherheit benötigen."

Fast 80 Prozent der Mitglieder der Lobbyorganisation ERT sind der Umfrage zufolge betreffend Aussichten für die europäische und globale Wirtschaft zuversichtlich. Fast 50 Prozent wollen ihre Investitionen in Europa erhöhen; ein noch größerer Anteil beabsichtigt, seine Investitionen außerhalb Europas zu erhöhen. Dort sollen auch die Umsätze stärker wachsen als innerhalb Europas. Die Beschäftigung im europäischen Raum sehen die Firmenlenker leicht rückläufig, außerhalb Europas erwarten sie einen leichten Anstieg.

New York (APA/dpa) - Tesla-Chef Elon Musk hat mit seinen waghalsigen Tweets zum möglichen Börsenabgang seiner Firma einem Fernsehbericht zufolge nun offizielle Untersuchungen der US-Börsenaufsicht ausgelöst. Die Investoren schicken daraufhin die Tesla-Aktie auf Talfahrt.
 

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US-Börsenaufsicht lädt alle Tesla-Vorstände vor - Bericht

Wien (APA) - Der in London börsennotierte Feuerfestkonzern RHI Magnesita hat im ersten Halbjahr deutlich mehr Geschäft gemacht und gut verdient. Geholfen haben Preiserhöhungen, aber auch die gelieferten Mengen legten zu. RHI Magnesita profitierte von den US-Strafzöllen auf Stahlimporte, die zu einer höheren lokalen Produktion und damit zu mehr Magnesitimporten führten.
 

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RHI Magnesita mit gutem Halbjahr auch dank US-Stahlzöllen

Wellington (APA/AFP) - Im Kampf gegen einen massiven Anstieg der Immobilienpreise sollen Ausländer in Neuseeland künftig nur noch in Ausnahmefällen Wohneigentum kaufen können. Durch ein am Mittwoch verabschiedetes Gesetz, mit dem Regierungschefin Jacinda Ardern ihr Wahlkampfversprechen für erschwinglichen Wohnraum umsetzen will, wird der Erwerb von Häusern durch Nicht-Neuseeländer deutlich eingeschränkt.
 

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Neuseeland schränkt Kauf von Wohneigentum durch Ausländer ein