Brexit: Trump attackiert Mays Strategie - Lob für Boris Johnson

Washington/London (APA/dpa/Reuters/AFP) - US-Präsident Donald Trump hat die von der britischen Premierministerin Theresa May verfolgte Brexit-Strategie kritisiert und schwere Konsequenzen für den Handel mit den USA angedroht. Einen der wichtigsten Widersacher Mays lobte er hingegen. Er wolle den zurückgetretenen Außenminister Boris Johnson und May zwar nicht gegeneinander ausspielen, sagte Trump.

"Ich meine nur, dass er ein großartiger Premierminister wäre", so der US-Präsident in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Interview der britischen Boulevardzeitung "The Sun". Johnson habe das Zeug dazu. "Ich denke, er hat die richtige Einstellung, um ein großartiger Premierminister zu sein." Trump bezeichnet zudem May als "nette Person", während er den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan kritisierte. Dieser leiste eine "schreckliche" Arbeit.

Johnson war im Streit mit May über den Austritt des Königreiches aus der EU von seinem Amt zurückgetreten. Während sich die Regierungschefin für weiter enge Beziehungen zu den 27 verbleibenden Staaten ausspricht, will der frühere Londoner Bürgermeister einen klaren Schnitt. Trump hat sich wiederholt kritisch über die EU geäußert und ihr eine Handelspolitik zulasten der USA vorgeworfen.

Trump sagte nun zur "Sun", eine zu enge Bindung an die Europäische Union nach dem Brexit würde dazu führen, dass die USA bei einem Handelsabkommen mit Großbritannien doch wieder mit der EU verhandeln müssten. "Also wird es das Abkommen wahrscheinlich töten." Er fügte hinzu: "Wenn sie das tun, wird ihr Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten vermutlich nicht zustande kommen." Mays Pläne sehen unter anderem eine Zollunion und ein Freihandelsabkommen mit der EU vor.

Die "Sun" veröffentlichte Audio-Ausschnitte des Interviews am Donnerstagabend - kurz nachdem May Trump im Blenheim Palace nahe Oxford zu einem festlichen Gala-Dinner empfangen hatte. Zu entnehmen waren dem Interview nur die Antworten Trumps, nicht die Fragen, auf die er Bezug nahm. Nach Angaben der "Sun" fand das Interview am Mittwoch vor dem NATO-Gipfel in der US-Botschaft in Brüssel statt.

Im Mittelpunkt von Trumps Antrittsbesuch in London sollte ein Handelsabkommen stehen, das nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU den Handel mit den USA ankurbeln soll. May strebe ein "ehrgeiziges Abkommen" an, sagte eine britische Regierungssprecherin.

Trump hatte bereits am Donnerstag in Brüssel Kritik an Mays Brexit-Politik geäußert. Er sei sich nicht sicher, ob die Pläne der Premierministerin dem Votum der Briten beim Referendum vor zwei Jahren gerecht würden. May hatte daraufhin gekontert: "Wir setzen das Votum des britischen Volkes um."

Los Gatos (APA/Reuters) - Das Filmportal Netflix hat mit seinen Abonnentenzahlen die Märkte enttäuscht und seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Der mit Produktionen wie "House of Cards" oder "Orange is the new black" bekannte Streamingdienst gewann nach eigenen Angaben vom Montag im zweiten Quartal auf dem US-Heimatmarkt 670.000 neue Nutzer hinzu, international waren es 4,47 Millionen.
 

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Filmportal Netflix enttäuscht - Aktie auf Talfahrt

Wien (APA) - Bei der Telekom Austria ist das Nettoergebnis im 2. Quartal wie erwartet durch eine Markenwert-Abschreibung von 112,5 Mio. auf 58,0 Mio. Euro gedrückt worden. Ohne diesen Effekt im Ausmaß von 72,4 Mio. Euro wäre das Nettoergebnis um 15,9 Prozent gestiegen.
 

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Telekom Austria: Abschreibung drückte Ergebnis im 2. Quartal

Washington (APA/Reuters) - US-Notenbankchef Jerome Powell sieht die US-Wirtschaft trotz der Gefahr eines ausufernden Handelsstreits weiter im Aufwind. Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von zwei Prozent, sagte Powell am Dienstag in seiner halbjährigen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats.
 

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Fed-Chef sieht US-Konjunktur trotz Handelsstreit optimistisch