Brexit - Wifo-Studie prognostiziert Wohlstandsverluste für Briten

Wien/London (APA) - Egal wie die Brexit-Verhandlungen ausgehen werden, ob es zu einem "Soft"- oder einem "Hard"-Brexit kommen wird, der Handel zwischen der EU und Großbritannien wird auf jeden Fall darunter leiden, so das Ergebnis einer neuen Wifo-Studie zum Brexit. Die britischen Exporte in die EU sollten darunter stärker leiden als jene der EU nach Großbritannien. Die britischen Einkommen dürften zurückgehen.

Der stärkste negative Effekt auf den Handel zwischen Großbritannien und der EU würde dabei laut Studie von einem harten Brexit ausgehen. In diesem Falle würden alle Handelsabkommen zwischen den beiden Handelspartnern aufgelöst werden und Großbritannien mit allen Drittstaaten nur mehr auf Basis der WTO-Regeln Handel betreiben. Für diesen Fall sagen die beiden Wifo-Forscher Harald Oberhofer and Michael Pfaffermayr einen Rückgang der Ausfuhren von Großbritannien in die EU innerhalb von sechs Jahren um 35,5 Prozent, und der Ausfuhren der EU nach Großbritannien um 29,4 Prozent voraus.

Im Falle eines weichen Brexit, wenn mit den verbliebenen EU-Mitgliedsländern neue Handelsabkommen geschlossen werden, würden sich die Exporte von Großbritannien in die EU innerhalb von sechs Jahren um 16,9 Prozent und jene der EU nach Großbritannien um 13,8 Prozent verringern. Die stärksten Einbrüche wären in allen Fällen immer im ersten Brexit-Jahr zu spüren, also voraussichtlich im Jahr 2019. Die Briten könnten diese Verluste nur zu einem geringen Teil durch mehr Handel mit Drittstaaten kompensieren.

Auch der durch den Brexit angeregte innerbritische Handel würde die durch den Brexit verursachten Handelsverluste mit der EU nicht wettmachen können, so die Studienautoren. Im Falle eines harten Brexit würde der Handel in Großbritannien um 23 Prozent, beim weichen Brexit um 9,0 Prozent zulegen.

Für die Briten verblieb somit unter dem Strich ein negativer Wohlstandseffekt, da die Konsumenten mit höheren durchschnittlichen Preisen konfrontiert wären. Im Falle eines weichen Brexit werde das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) sechs Jahre nach dem Brexit um 1,5 Prozent kleiner sein, als wenn sie in der EU verblieben wären. Beim harten Brexit werde das Minus 3,6 Prozent betragen.

Die Studie berücksichtigt nur Handelsströme, andere wirtschaftliche Beziehungen wie ausländische Direktinvestitionen jedoch nicht. Diese dürften aber ebenfalls zurückgehen. Weiters wird nur der Handel mit Waren untersucht. Der Brexit dürfte sich aber noch deutlicher auf den Dienstleistungssektor auswirken, heißt es. Der negative Wohlstandseffekt aus dem verringerten Handel mit Dienstleistungen dürfte noch größer als jener durch den Güterhandel sein. Der gesamte Verlust an Wohlstand durch den Austritt aus der EU dürfte somit noch viel größer sein, als die Berechnungen dieser Studie nahelegen.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne