Brexit - Labour-Chef Corbyn für Zollunion mit EU nach Austritt

London (APA/Reuters) - Der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn strebt nach dem britischen Ausstieg aus der Europäischen Union offenbar enge Handelsbeziehungen mit den verbleibenden 27 EU-Ländern an. In Auszügen einer für Montag erwarteten Rede plädiert der Labour-Vorsitzende für eine neue und starke Beziehung zum Binnenmarkt, die einen zollfreien Zugang beinhalte.

Mit Spannung wird erwartet, ob Corbyn Unterstützung für die Rebellion einer Gruppe pro-europäischer Konservativer andeutet, die Großbritannien nach dem Brexit in einer Zollunion mit der EU halten wollen. Premierministerin Theresa May hat eine Zollunion ausgeschlossen, auch im Hinblick auf die angestrebten neuen Handelsabkommen mit schnell wachsenden Ländern wie China und Indien.

May ist als Chefin einer Minderheitsregierung ohne eigene Mehrheit im Parlament angreifbar. Mit einem Unterstützungssignal an die pro-europäischen Rebellen in den Reihen der Konservativen könnte Corbyn darauf abzielen, ihre Autorität zu untergraben. Allerdings steht auch Corbyn wie May für einen Austritt aus der EU. Für die einen sei der Brexit eine Katastrophe, für andere verheiße der EU-Austritt ein Land, in dem Milch und Honig flössen, heißt es in Corbyns Redeentwurf. Großbritannien habe es in den eigenen Händen: "Brexit ist das, was wir daraus machen."

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker