Brexit - Barnier warnt Großbritannien vor Dumping nach EU-Austritt

Straßburg/London (APA/dpa) - EU-Unterhändler Michel Barnier hat Großbritannien vor einem Wettlauf um die laxesten Regeln nach dem Brexit gewarnt. Das "Risiko von Dumping" könnte die Ratifizierung des Austrittsvertrags gefährden, sagte Barnier am Dienstag im Europaparlament in Straßburg. Die britische Regierung sei noch die Antwort schuldig, ob sie gemeinsam entwickelte Grundsätze verwerfen oder sie unterschreiten wolle.

Barnier verhandelt für die Europäische Union mit Großbritannien über den für März 2019 geplanten Brexit. Bis Herbst sollen ein Austrittsvertrag und die Eckpunkte für künftige Beziehungen stehen.

Bei den reinen Austrittsfragen hoffe er auf Fortschritte in den kommenden Tagen, ebenso bei der von Großbritannien gewünschten Übergangsphase von etwa zwei Jahren, sagte Barnier. Die künftigen Beziehungen sollten auf vier Pfeilern fußen: Wirtschaft, Forschung, Justiz und einer strategische Partnerschaft in der Außenpolitik.

Barnier bekräftigte aber, dass Großbritannien mit dem geplanten Austritt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion selbst die künftigen Beziehungen zur EU beschränke. "Man kann keinen Binnenmarkt a la carte haben", sagte er. Die bleibenden 27 EU-Staaten würden nicht akzeptieren, dass sich Großbritannien künftig nur dort an EU-Regeln halte, wo es vorteilhaft für das Land sei.

Berlin (APA/Reuters) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Standfestigkeit der EU bei den Brexit-Verhandlungen gefordert. "Wir wollen ein geordnetes Verlassen Großbritanniens, aber nicht um jeden Preis. Wir dürfen uns den Binnenmarkt nicht zerstören lassen", sagte die Kanzlerin am Montag auf dem Unternehmertag des Außenhandelsverbands BGA in Berlin.
 

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Brexit - Merkel: "Dürfen uns Binnenmarkt nicht zerstören lassen"

Wien (APA/Reuters) - Der Finanzinvestor Advent bereitet Finanzkreisen zufolge einen Börsengang oder Verkauf der Wiener Addiko Bank vor, die aus der zusammengebrochenen Krisenbank Hypo Alpe Adria hervorgegangen ist. Die Investmentbanken Goldman Sachs und Citi sollen Advent bei dem Prozess beraten, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
 

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Finanzinvestor Advent bereitet Ausstieg bei Addiko Bank vor

Berlin/Rüsselsheim (APA/dpa) - Autohersteller wie VW mussten wegen unzulässiger Abgastechnikmanipulation bereits Diesel-Fahrzeuge zurückrufen - verpflichtend. Im Abgasskandal gerät nun auch Opel zunehmend in Visier der Behörden und immer stärker unter Druck. Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) will für den Autobauer einen Rückruf von rund 100.000 Diesel-Fahrzeugen anordnen.
 

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Deutschland - Rückruf für 100.000 Opel-Diesel "steht kurz bevor"