Brenntag peilt Milliarden-Gewinn in fünf Jahren an

Mühlheim/Ruhr - Der weltgrößte Chemikalien-Händler Brenntag will seine Expansion mit Zukäufen vorantreiben und binnen fünf Jahren die Marke von einer Milliarde Euro Betriebsgewinn knacken. "Wir geraten aber nicht ins Fusionsfieber", betonte Konzernchef Steven Holland am Mittwoch bei Bilanzvorlage in Mülheim.

Schließlich sehe sich das Unternehmen Übernahmekandidaten immer sehr kritisch an, so dass es keineswegs bei jeder sich bietenden Gelegenheit zuschlage. So sei im vergangenen Jahr mit 140 Mio. Euro für Zukäufe etwas weniger ausgegeben worden, als sich das Management gewünscht hätte. Eigentlich plane Brenntag für Übernahmen jährlich 200 bis 250 Mio. Euro ein.

Der in Europa und Nordamerika stark vertretene Konzern will künftig nicht zuletzt in China wachsen. Doch gerade dort fühle Brenntag den Firmen vor einem Zukauf besonders stark auf den Zahn. "Wir scheuen nicht völlig das Risiko, aber wir sind konservativ", sagte der Brite. "Zukäufe bergen Gefahren, bei Brenntag gab es noch keinen Ausfall." Der Konzern schluckte in den vergangenen Jahren Dutzende Firmen.

Beim operativen Gewinn erzielte Brenntag 2014 einen Rekordwert von knapp 727 Mio. Euro, währungsbereinigt ein Plus von 4,3 Prozent zum Vorjahr. Gute Geschäfte in Europa trieben den Gewinn an, und auch vom Aufschwung in den USA konnte Brenntag profitieren. In Lateinamerika und der Region Asien/Pazifik lief es dagegen nicht so rund, was der Konzern auch auf die Konjunktur dort zurückführte. Insgesamt belief sich der Umsatz auf gut zehn Mrd. Euro, währungsbereinigt ein Zuwachs von 3,2 Prozent. Für 2015 geht Brenntag von einem Plus bei allen wichtigen Kennzahlen aus. Als Bindeglied zwischen Chemieproduzenten und der weiterverarbeitenden Industrie handeln die Mülheimer mit über 10.000 Chemikalien in 72 Ländern.

Um sich stärker als internationales Unternehmen zu positionieren, erwägt der Traditionskonzern derzeit einen Umzug seiner Zentrale von Mülheim an der Ruhr ins größere Essen. In drei bis fünf Jahren peilt das MDax-Unternehmen zudem den Aufstieg in den Dax an. Nach Marktkapitalisierung stünden die Chancen bereits gut, allerdings müsse der Aktienumsatz noch zulegen, sagte Finanzchef Georg Müller.

Am jüngsten Erfolg will Brenntag seine Anteilseigner stärker beteiligen: Die Dividende soll auf 90 Cent je Aktie nach 87 Cent im Vorjahr steigen. Am Mittwoch drehte die Aktie nach frühen Gewinnen ins Minus und notierte mittags bei rund 54 Euro.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi noch "über den Sommer" 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.
 

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Draghi: EZB-Zinsen bleiben über Sommer 2019 hinaus auf Rekordtief

München (APA/Reuters) - Siemens baut in der angeschlagenen Kraftwerks-Sparte in Deutschland 500 Arbeitsplätze weniger ab als geplant. Das ist das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat, wie der Münchner Industriekonzern am Montag verkündete.
 

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Siemens baut in Deutschland 2.900 Stellen ab

Berlin/Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Industrie-Unternehmen in Europa haben die Bedeutung Künstlicher Intelligenz als einen maßgeblichen Schlüssel-Faktor für ihren künftigen Erfolg erkannt. Im Schnitt erwarten die Unternehmen dadurch Umsatzzuwächse von 11,6 Prozent bis 2030, geht aus einer Studie hervor, die von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und den Ausrichtern der Konferenz Industry of Things World in Berlin durchgeführt wurde.
 

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Studie: Industrie sieht Künstliche Intelligenz als Schlüssel-Faktor