Brasilien mit Milliarden-Defizit bei Staatsausgaben

Das von einer politischen und wirtschaftlichen Krise gebeutelte Brasilien wird im laufenden Jahr bei den Staatsausgaben wahrscheinlich eines der höchsten Defizite seiner Geschichte machen. Demnach wird das Primärdefizit - ohne die Zinsen für laufende Kredite und Tilgungskosten - rund 51,8 Milliarden Real (12 Milliarden Euro) betragen, was 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Dies sehen am Dienstag (Ortszeit) vorgelegte neue Berechnungen der Ministerien für Finanzen und Planung vor. Die Wirtschaftsleistung könnte um bis zu 2,8 Prozent zurückgehen, zudem gibt es eine hohe Inflation.

Die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff hat derzeit enorme Probleme, Reformen und Sparmaßnahmen, zum Beispiel bei Gehältern im aufgeblähten Staatsapparat, durch den Kongress zu bringen. Der unter massivem Korruptionsverdacht stehende Präsident des brasilianischen Abgeordnetenhauses, Eduardo Cunha, bekämpft Rousseff. Cunha ist ein führender Kopf von Rousseffs größtem Koalitionspartner, der Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB). Er fühlt sich aber von der Regierung im Stich gelassen - und sucht Verbündete für ein Amtsenthebungsverfahren gegen die bis 2019 gewählte Rousseff.

Schweizer Behörden haben auf Konten, die ihm zugeordnet werden, mehrere Millionen US-Dollar entdeckt. Der inhaftierte Bauunternehmer Julio Camargo hatte zuvor ausgesagt, Cunha habe fünf Millionen Dollar Schmiergeld im Zusammenhang mit Aufträgen für den Ölkonzern Petrobras bekommen - Cunha bestreitet das.

Dresden (APA/dpa) - Die deutsche Flirt-App Lovoo wird um 70 Mio. Dollar (58,5 Mio. Euro) vom US-Konzern The Meet Group übernommen. Die US-Amerikaner betreiben bereits mehrere konkurrierende Plattformen wie Hi5 oder MeetMe. Mit rund fünf Millionen aktiven Nutzern im Monat werde Lovoo aber die populärste Marke sein, erklärte The Meet Group am Mittwoch.
 

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70-Millionen-Euro-Flirt - US-Konzern kauft deutsche Dating-App Lovoo

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Staatsanwaltschaft Frankfurt fordert von Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter 500.000 Euro für die Einstellung des Insiderverfahrens gegen ihn. Das bestätigte der Vizepräsident des Amtsgerichts Frankfurt, Frank Richter, der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Das Gericht muss in der Affäre um Insiderhandel und Marktmanipulation einem Deal der Börse mit der Staatsanwaltschaft zustimmen.
 

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Staatsanwaltschaft will 500.000 Euro von Börsen-Chef Kengeter

Tokio/Minato (APA/Reuters) - Das monatelange Rennen um die Chipsparte des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba ist entschieden: Um rund 18 Mrd. Dollar (15 Mrd. Euro) erwirbt der US-Finanzinvestor Bain Capital den weltweit zweitgrößten Produzenten von Speicherchips. Als Partner agieren nach offiziellen Angaben vom Mittwoch der südkoreanische Konkurrent SK Hynix sowie die langjährigen Toshiba-Kunden Apple und Dell.
 

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Toshiba verkauft Chip-Sparte um 18 Mrd. Dollar an US-Finanzinvestor