Bosch: Roboterautos mit Potenzial für Massenmarkt

(Reuters) - Roboterautos werden nach Ansicht des Zulieferers Bosch kein Luxusgut für wenige Reiche bleiben. Die dafür notwendige Technik werde sich mit der Zeit verbilligen und auch für Mittelklasse-Wagen bezahlbar werden, sagte Wolf-Henning Scheider, Chef der Automotive-Sparte von Bosch, am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Mit einer Produktion in Großserie werden diese Systeme auch für die Golf-Klasse erschwinglich, davon bin ich überzeugt", sagte Scheider am Rande der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Die Kosten könnten dann sinken, so wie es schon beim Automatischen Bremssystem (ABS) oder dem Schleuderschutz ESP der Fall gewesen sei.

Erst recht werde sich automatisiertes Fahren bei Lastwagen lohnen, sagte Scheider. Die Spritkosten ließen sich um fünf bis sechs Prozent senken, was für die centgenau kalkulierenden Spediteure keine geringe Ersparnis sei. Zudem könne der Fahrer per Tablet-Computer andere Aufgaben übernehmen, die Zeit und Geld in der Logistik sparten. Der Weltmarktführer bei schweren Lkw, Daimler, hatte bereits den Prototyp eines automatisch fahrenden Lastwagens vorgeführt, in dem sich der Fahrer zumindest auf der Autobahn im Sitz vom Lenkrad wegdrehen kann. Mit Serienreife wird in etwa zehn Jahren gerechnet.

Bosch hat sich so wie sein größter Rivale Continental auf Zulieferprodukte zum automatisierten Fahren gestürzt. Mit der vollständigen Übernahme der bisher mit ZF Friedrichshafen geteilten Tochter ZF Lenksysteme sehen die Schwaben ihre Marktposition gestärkt. ZF Friedrichshafen gibt im Zuge der Übernahme des US-Zulieferers TRW Automotive für rund 9,6 Milliarden Euro die Hälfte an ZF Lenksysteme an Bosch ab.

Auf diese Gelegenheit habe Bosch schon jahrelang gewartet, sagte Scheider. Denn die elektronischen Lenkungen, die zum Beispiel bei Spurhalte-Assistenten gebraucht werden, komplettieren mit der Antriebs- und Bremstechnik von Bosch die Technik, die für das Fahren ohne Hände am Steuer miteinander verbunden werden muss. Wenn jetzt alles aus einer Hand geführt werde, könnten die drei beteiligten Sparten - Bremsen, Gas geben, Lenken - besser zusammenarbeiten. "Wir gewinnen einfach Zeit - und Zeit ist bei der Entwicklung heute das entscheidende Kriterium", sagte er.

ZF Friedrichshafen, bereits Weltmarktführer für Getriebe, steigt mit der Übernahme von TRW Automotive in die Liga von Continental und Bosch auf. Die beiden deutschen Konzerne liegen vom Umsatz her mit etwas über 30 Milliarden Euro knapp hinter dem weltgrößten Zulieferer Denso aus Japan. Mit einem Umsatz von zusammen rund 30 Milliarden Euro wäre ZF Friedrichshafen mit TRW kaum kleiner.

Brüssel (APA/Reuters) - Der Defizitstreit zwischen der EU-Kommission und der italienischen Regierung verschärft sich. Die Brüsseler Behörde wird den Budgetentwurf aus Rom für das kommende Jahr ablehnen, wie der "Spiegel" am Mittwoch unter Berufung auf den deutschen EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) berichtete.
 

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EU-Kommission weist Italiens Haushaltsentwurf zurück

Washington/Peking (APA/dpa) - US-Präsident Donald Trump hat ein neues Mittel gefunden, um China im Handelsstreit unter Druck zu setzen. Auf Anraten seines Wirtschaftsberaters Peter Navarro wolle Trump ein 144 Jahre altes Postabkommen aufkündigen, schrieb die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise.
 

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Trump könnte 144 Jahre altes Postabkommen mit China beenden

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger, dessen früheren Anwalt Gerald Toifl und andere ging es heute am 57. Prozesstag einmal mehr darum, wem welche Konten gehörten. Kein leichtes Unterfangen, wie schon Meischberger beim Auffliegen des "Buwog-Skandals" anmerkte.
 

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Grasser-Prozess - "Wird alles etwas schwierig zu erklären"