Bosch-Chef verweist auf Risiken von Batteriezellproduktion

Gerlingen/Ludwigsburg (APA/Reuters) - Die Produktion der für Elektroautos benötigten Batteriezellen birgt Bosch-Chef Volkmar Denner zufolge viele Risiken. Der weltgrößte Autozulieferer werde in einigen Wochen bekanntgeben, ob er sich zum milliardenschweren Aufbau einer eigenen Fertigung von Batteriezellen entscheidet oder nicht, erklärte Denner bei einem für Dienstag freigegebenen Pressegespräch in Ludwigsburg.

"Die Entscheidung muss aus unternehmerischer Sicht wohlüberlegt sein. Sie birgt Chancen, aber auch viele Risiken", sagte Denner. Bosch macht sich die Entscheidung nicht leicht: Vor einem Jahr hatte Denner sie für Ende 2017 angekündigt, dann wurde sie auf 2018 verschoben.

Die Entscheidung von Bosch wird mit Spannung erwartet, denn die Batteriezellfertigung betrachten Experten als eine Schlüsselkompetenz für die Elektroautos der Zukunft, die die deutsche Autoindustrie nicht aus der Hand geben sollte. Viele Politiker und Betriebsräte der Autobranche fordern eine Produktion in Deutschland oder zumindest in Europa. Die hochautomatisierte Fertigung könnte allerdings nur in geringem Maß Ersatz schaffen für viele Jobs, die mit dem Ausstieg aus der arbeitsintensiven Produktion von Verbrennungsmotoren verloren gehen werden.

Denner ließ die Frage noch offen. Doch in seinen Ausführungen verwies der Bosch-Chef vor allem auf bedenkliche Aspekte: Um bis 2030 einen Marktanteil von 20 Prozent zu erreichen, müsse Bosch etwa 20 Mrd.Euro für Fertigungskapazitäten von 200 Gigawattstunden in die Hand nehmen. Doch Prognosen zu Technik und Markt seien mit hoher Unsicherheit behaftet. Auch hätten die etablierten fünf Anbieter aus Asien, die sich heute den Markt aufteilten, bereits "starke Wettbewerbsvorteile". Es sei daher auch in Zukunft mit hartem Preiskampf zu rechnen. Da drei Viertel der Wertschöpfung auf die Rohstoffe entfielen, bliebe nur ein geringer Anteil, in dem der Hersteller Wettbewerbsvorteile erarbeiten könnte. "Es geht bei der Entscheidung über eine Zellproduktion auch um die Frage, wie ausschlaggebend diese für den unternehmerischen Erfolg in der Elektromobilität ist", sagte Denner weiter. Und hier sei Bosch etwa mit seinem neuen elektrischen Antriebssystem bereits gut aufgestellt.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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