Börsenkandidat Deutsche Postbank macht operativ Fortschritte

Die Deutsche Postbank macht sich fit für die Börse. "Die Postbank ist rentabel (...) und macht gute Fortschritte, ihre Kapitalkosten zu verdienen", fasste Vorstandschef Frank Strauß die Bilanz 2015 am Mittwoch zusammen. Der Gewinn vor Steuern stieg - auch ohne den Rückenwind von Sondereffekten - überraschend um zehn Prozent auf 522 Mio. Euro, wie die Postbank am Mittwoch in Bonn mitteilte.

Die Cerberus-Tochter BAWAG hatte im vergangenen Jahr Interesse an einer Postbank-Übernahme angemeldet, ohne den Einstieg weiter voranzutreiben.
Auch die Defizite bei der Kapitalausstattung macht die Postbank allmählich wett: Die harte Kernkapitalquote verbesserte sich zum Jahresende auf 11,4 Prozent, die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) lag mit 3,4 Prozent über dem geforderten Mindestwert von drei Prozent. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern stieg auf 8,8 von 6,9 Prozent.
"Klar ist aber auch, dass wir weiter unsere Hausaufgaben machen müssen, um künftig den Anforderungen des Kapitalmarktes noch besser gerecht werden zu können", forderte Strauß. Dazu hat er voraussichtlich bis 2017 Zeit. Der Finanzchef der Deutschen Bank, Marcus Schenck, hatte klar gemacht, dass ein Börsengang oder Verkauf der Tochter Postbank aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr in diesem Jahr über die Bühne gehen werde: "Im heutigen Marktumfeld müssten wir solche Preiskonzessionen machen, dass ein Verkauf nicht sinnvoll wäre."
Für 2016 macht sich die Deutsche Postbank auf ein "moderat rückläufiges" Ergebnis vor Steuern gefasst. Die Sondereffekte eingerechnet, werde es sogar um mehr als 100 Mio. Euro unter den 2015 erwirtschafteten 582 Mio. Euro liegen, hieß es in der Mitteilung. Strauß will vor allem das Kreditgeschäft ausbauen, um die Einlagen der Kunden renditeträchtig anzulegen. 2015 hatte vor allem die Baufinanzierung das Geschäft angeschoben.

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