Börsengänge brachen zu Jahresbeginn 2016 ein

Wien - Der globale Markt für Börsengänge ist zum Jahresauftakt 2016 eingebrochen. Gründe waren die niedrigen Aktienkurse, der abgestürzte Ölpreis, politische Unsicherheiten und zunehmende Konjunktursorgen. Laut einer Erhebung des Beraters EY gab es im ersten Quartal nur 167 IPOs - nach 274 im Vorjahreszeitraum. Das weltweite Emissionsvolumen sackte überhaupt um 70 Prozent auf 12,1 Mrd. Dollar ab.

Das war der niedrigste Stand seit dem zweiten Quartal 2009, so EY am Dienstag. Am stärksten betroffen war der US-amerikanische Markt, wo es in den ersten drei Monaten 2016 nur zehn Börsengänge gab. Im ersten Quartal 2015 hatten sich noch 35 Unternehmen aufs Parkett gewagt, im ersten Quartal 2014 71. Heuer erlösten die US-Börsenneulinge nur mehr 750 Mio. Dollar (Q1/2015: 6,15 Mrd. Dollar)

In Europa hat sich die Zahl der Initial Public Offerings (IPO) von 67 auf 34 halbiert, in China und Hongkong brach sie von 97 auf 38 ein.

In Österreich zeichnet sich kein Börsengang ab. Der letzte IPO fand 2014 statt, damals hat der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC, der derzeit mit den Folgen eines Cyberbetrugs kämpft, den Sprung aufs Aktienparkett gewagt. Der Emissionspreis wurde mit 9,50 Euro je Aktie festgelegt, derzeit notiert das Papier nur mehr bei etwa 5,60 Euro.

Global gesehen rechnet EY-Österreich-Experte Gerhard Schwartz mit einer baldigen Trendwende. "Es gab zahlreiche Absagen und Verschiebungen - die Pipeline ist aber dennoch gut gefüllt und viele Börsenaspiranten warten auf ein besseres Umfeld." Wenn sich die Aktienmärkte weiter beruhigen, stünden die Chancen gut, dass sich wieder mehr Börsekandidaten aus der Deckung wagen, zumal die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA und in Europa nicht schlecht seien. Angesichts negativer Realzinsen suchten Investoren nach wie vor intensiv nach Anlagemöglichkeiten.

Der größte Börsengang im ersten Quartal 2016 war der IPO der China Zheshang Bank, die in Hongkong mehr als 2 Mrd. Dollar (knapp 1,8 Mrd. Euro) einnahm. Die übrigen IPOs brachten deutlich weniger als 1 Mrd. Dollar. Nummer zwei war der japanische Immobilieninvestor LaSalle Logiport REIT(871 Mio. Dollar), gefolgt von der britischen Metro Bank (613 Mio. Dollar).

Brüssel/Mountain View /Menlo Park (APA/dpa) - Trotz Widerständen aus anderen EU-Ländern will der französische Präsident Emmanuel Macron sein Vorhaben einer Besteuerung von Internet-Giganten vorantreiben. Er setze dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Deutschland, sagte Macron beim EU-Gipfel in Brüssel am Freitag. Es sei ein Problem, dass große Internetfirmen in manchen Mitgliedstaaten bisher keine Mehrwertsteuer zahlten.
 

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Macron lässt bei Steuer für Internet-Giganten nicht locker

Peking (APA/Reuters) - Die EU prüft, ob chinesische Firmen Elektro-Fahrräder in Europa nur dank unfairer Beihilfen zu Niedrig-Preisen anbieten können. Die EU-Kommission leitete am Freitag die Untersuchung einer Beschwerde ein, die der Europäische Fahrradhersteller-Verband (EBMA) Anfang Oktober eingereicht hatte.
 

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EU prüft Dumping-Vorwürfe gegen E-Bike-Hersteller aus China

Windhuk (APA) - Der afrikanische Staat Namibia macht ernst mit Airbnb-Vermietern: Melden oder erwischt werden und ins Gefängnis gehen, heißt die neue Losung. Bis zum Jahresende kann man sich noch bei der Tourismus-Regulierungsbehörde anmelden. Der Tourismussektor trägt rund 15 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des südafrikanischen Landes bei, das etwa bei Safari-Freunden beliebt ist.
 

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Namibia greift bei Airbnb-Vermietern hart durch