Börse Frankfurt im Frühhandel fester, DAX wieder über 12.000 Punkte

Frankfurt am Main - Der DAX hat sich am Montag von seiner Schwäche in der Vorwoche erholt und wieder die Marke von 12.000 Punkten übersprungen. Laut Marktbeobachtern stützten vor allem die positiven Vorgaben der Börsen in Übersee. Der deutsche Leitindex kletterte im frühen Handel um 1,51 Prozent auf 12.047,17 Punkte. Damit machte er die Verluste der vergangenen Woche komplett wett.

Nach zehn Gewinnwochen in Folge hatten in der Vorwoche die Investoren erstmals wieder für eine negative Bilanz im DAX gesorgt. "Die Anleger waren in der vergangenen Woche sehr vorsichtig", schrieb Craig Erlam vom Währungshändler Oanda. Er rechnet auch in dieser Woche mit Zurückhaltung. Ins Blickfeld rücken dabei die neuesten Entwicklungen im Griechenland-Drama, die nach Einschätzung von Börsianern auch schnell wieder zum Belastungsfaktor werden könnten.

Für den MDAX der mittelgroßen Konzerne ging es unterdessen um 1,16 Prozent auf 20.825,39 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDAX rückte um 1,37 Prozent auf 1.619,32 Zähler vor.

Oanda-Experte Craig Erlam führte die wieder steigenden Kurse insbesondere auf die positiven Vorgaben von der Wall Street vor dem Wochenende sowie die am Montag fast ausnahmslos freundlichen asiatischen Börsen zurück. Dort hatte laut Beobachtern unter anderem die Hoffnung auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik der chinesischen Zentralbank die Kurse gestützt.

Das Tauziehen mit Griechenland um neue Finanzhilfen rücke unterdessen in Europa als Thema wieder ganz nach oben, sagte Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG. Denn die Rettung Griechenlands vor der Staatspleite bleibt eine Zitterpartie: Auch dreitägige Verhandlungen über eine Reformliste, die Athen rund 3 Milliarden Euro neue Einnahmen bringen soll, brachten am Wochenende keinen Durchbruch. Die Geldgeber werteten die griechischen Vorschläge als unzureichend und verlangen Nachbesserungen.

Im Tagesverlauf könnten noch Konjunkturdaten für Impulse sorgen. Neben deutschen Verbraucherpreisen stehen Daten vom US-Immobilienmarkt auf der Agenda.

Auf Unternehmensseite hat die neue Handelswoche eher ruhig begonnen: Im DAX gab es fast ohne Ausnahme nur Gewinner. Dabei ragten die Papiere des Chipherstellers Infineon mit einem Kursplus von knapp 2 Prozent an der Index-Spitze heraus. Sie profitierten von Medienberichten, wonach der Halbleiter-Primus Intel den Chipspezialisten Altera kaufen will. Eine Übernahme wäre ein weiteres Signal für eine schnelle Konsolidierung der Halbleiter-Branche, sagte ein Händler. Entsprechend treibe die Nachricht die Kurse im gesamten Sektor an.

Der anstehende Aufstieg in den MDAX schob die Papiere von CTS Eventim mit plus 4,55 Prozent an die SDAX-Spitze. Am Freitagabend hatte die Deutsche Börse bekanntgegeben, dass die Anteilsscheine des Ticketvermarkters zum 1. April in die Rangliste der mittelgroßen Werte aufgenommen werden. Mit der Aufnahme in einen höheren Index rückt ein Unternehmen stärker ins Bewusstsein der Anleger; manche Fonds müssen sogar zukaufen.

CTS-Aktien ersetzen im MDAX die Papiere des Touristikkonzerns Tui, der nach seiner Fusion mit Tui Travel künftig London als Hauptbörse haben wird. Den frei werdenden Platz im SDAX übernimmt das Immobilienunternehmen Westgrund. Dessen Anteilsscheine gaben am Montagmorgen hingegen etwas nach.

Zu den größten SDAX-Gewinnern gehörten die Papiere des Hamburger Hafenbetreibers HHLA, die um knapp 3 Prozent zulegten. Bei der Veröffentlichung der endgültigen Jahresbilanz erfreute die Anleger vor allem eine unerwartet kräftig angehobene Dividende.

Die Anteilsscheine des SDAX-Kollegen Grammer verteuerten sich nach der Bekanntgabe von Geschäftszahlen zunächst merklich, zuletzt schrumpfte das Kursplus allerdings auf 0,19 Prozent zusammen. Der Fahrzeugzulieferer hat im vergangenen Jahr sein Ergebnis steigern können und schüttet nun ebenfalls eine höhere Dividende aus. Ein Händler sagte am Morgen allerdings, der Ausblick sei eher enttäuschend, gleichzeitig aber auch gewohnt konservativ.

Frankfurt (APA/dpa) - Kunden des AUA-Mutterkonzerns Lufthansa drohen die ersten Streiks seit Frühjahr vergangenen Jahres. Im Tarifkonflikt um die rund 1.000 Flugbegleiter bei der Billigtochter Eurowings sind die Fronten so verhärtet, dass die Gewerkschaft Verdi Verhandlungen absagt und sich für Streiks rüstet.
 

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Verdi droht mit Streiks bei Eurowings - "Jederzeit denkbar"

Peking (APA/Reuters) - In die Bemühungen um ein Ende des Handelsstreits zwischen China und den USA kommt wieder Bewegung. Die Führung in Peking lieferte US-Regierungskreisen zufolge eine schriftliche Antwort auf die Forderung nach weitreichenden Änderungen in der Handelspolitik.
 

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Wieder Bewegung im Handelsstreit zwischen China und USA

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere war heute, Donnerstag, am 64. Tag des Verfahrens, wieder die Causa Buwog und Linzer Terminal Tower dran. Für Protokollberichtigungsanträge der Verteidiger zu diesen Themen mussten alle Angeklagten dieser Causa, also auch Grasser, wieder vor Gericht erscheinen.
 

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Grasser-Prozess - Protokolle: Vom "Zahlenhecht" zum "Zahlenknecht"