BMW und Volkswagen kritisieren US-Zollprüfung - Schritt erwartet

München/Wolfsburg (APA/dpa) - Bei den Autobauern BMW und Volkswagen ist die angekündigte Prüfung höherer Importzölle auf Autos in den USA auf Kritik gestoßen. Freier Marktzugang sei ein entscheidender Faktor, denn man habe ein weltweites Produktionsnetz und nutze weltweit Einkaufsmärkte, hieß es am Donnerstag bei BMW.

Das Unternehmen sei aber nicht überrascht von der Aufforderung von Präsident Donald Trumps an Handelsminister Wilbur Ross, höhere Einfuhrabgaben auf Autos zu untersuchen: "Nach zahlreichen Ankündigungen zu diesem Thema durch den Präsidenten der USA war damit zu rechnen. Wir beobachten die weiteren Entwicklungen genau."

Die Münchner bauen in den USA mehr Autos, als sie dort verkaufen. Sie betreiben in Spartanburg (South Carolina) ihr weltweit größtes Werk. BMW investierte dort 9 Mrd. Dollar (7,7 Mrd. Euro), beschäftigt 10.000 Mitarbeiter, hat 235 Zulieferbetriebe und baute im vergangenen Jahr 371.000 SUVs. Die meisten Wagen wurden nach Europa und China exportiert. Man sei "wertmäßig größter Nettoexporteur von Fahrzeugen aus den USA", betont das Unternehmen. Umgekehrt hat der Konzern nur 250.000 Autos in die USA importiert und 353.000 dort verkauft.

Volkswagen mahnte am Mittwoch: "Einseitiger Protektionismus hat langfristig niemandem geholfen." Die Autoindustrie habe lange Investitions- und Produktionszyklen und sei daher auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen. Der Konkurrent Daimler wollte Trumps Schritt nicht kommentieren. Sowohl VW als auch Daimler betreiben ebenfalls Werke in den USA.

Trump drängt auf höhere Zölle für Importautos und hatte zuletzt im März angekündigt: "Wir werden Mercedes-Benz mit Zöllen belegen, wir werden BMW mit Zöllen belegen." Tatsächlich erheben die USA auf viele Importfahrzeuge bisher nur 2,5 Prozent Zoll - die EU kassiert umgekehrt bei US-Einfuhren mit bis zu 10 Prozent deutlich mehr, China bisher sogar 25 Prozent.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, kritisierte die angedrohten Importzölle auf Autos als weiteren "Schlag ins Kontor unserer Wirtschaftsbeziehungen". "Aspekte der nationalen Sicherheit als Begründung anzuführen, ist konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Wir müssen das schon fast als Provokation werten." Investitionen und Jobs der deutschen Hersteller in den USA würden in Washington vollkommen außer Acht gelassen.

Sollten die Zölle wirklich eingeführt werden, bedeute dies Mehrbelastungen von mehr als 6 Mrd. Euro pro Jahr. "Letztlich würde dies nicht nur die deutschen Hersteller treffen, sondern auch die Verbraucher in den USA", sagte Schweitzer. "Ich gewinne immer mehr den Eindruck, als würden die USA nicht mehr an Wettbewerb um Ideen und Kunden glauben, sondern nur noch an das Recht des vermeintlich Stärkeren."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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