Bitcoin nach Rekordjagd auf Achterbahnfahrt

Frankfurt - Die Digitalwährung Bitcoin hat ihre Rekordjagd zunächst abgebrochen und dafür eine gefährliche Berg- und Talfahrt begonnen. Nach Kursschwankungen von fast 20 Prozent am Mittwoch betrug die Wertschwankung am Donnerstag rund 15 Prozent. Auf der bekannten Handelsplattform Bitstamp wurden am Donnerstag im Hoch 10.618 Dollar (8.977,8 Euro) erreicht, im Tagestief waren es am Nachmittag 9.000 Dollar.

Am Mittwoch war der Bitcoin nach einem Kursanstieg von mehr als 1.000 Prozent seit Jahresbeginn auf über 11.000 Dollar gestiegen. Derart starke Tagesschwankungen wie aktuell beim Bitcoin kommen bei herkömmlichen Währungen äußerst selten vor.

Ein Vergleich: Unter den großen klassischen Währungen weist das britische Pfund eine der stärksten Tagesschwankungen der vergangenen Jahre auf. Als das Brexit-Votum Ende Juni 2016 bekannt wurde, wertete das Pfund zum Dollar schlagartig um 12 Prozent ab. Solche Kursschwankungen sind bei herkömmlichen Währungen aber die Ausnahme. Beim Bitcoin kommen sie dagegen recht häufig vor.

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin beobachtet vor diesem Hintergrund die Digitalwährung mit Skepsis. In Zeiten niedriger Zinsen seien Anleger eher bereit, Risiken einzugehen, sagte die Chefin der Wertpapieraufsicht der Bafin, Elisabeth Roegele am Donnerstag in Frankfurt. Nicht jede Kryptowährung werde sich jedoch am Markt durchsetzen. Im Zweifelsfall drohe Anlegern ein Totalverlust.

Die Aufseherin warnte: "Es tummeln sich auch Spekulanten und windige Geschäftemacher am Markt." Das trage zu massiven Kursschwankungen von Kryptowährungen bei, zehn Prozent an einem Tag seien keine Seltenheit. Auch Andreas Treichl, Chef der Erste Group und laut Bloomberg Europas längstdienender Bankchef, hält wenig von der Kryptowährung.

Noch drastischer formulierte der US-amerikanische Star-Ökonom Joseph Stiglitz seine Bedenken. Er forderte ein Vorgehen des Gesetzgebers gegen die Cyberwährung. "Mir scheint, er müsste verboten werden", erklärte Stiglitz. "Er erfüllt keinerlei sinnvolle soziale Funktion." Stiglitz war 2001 mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet worden.

Der Bitcoin ist die älteste und bekannteste unter den mittlerweile rund 1.000 Digitalwährungen. Hinter ihm stehen nicht Zentralbanken, sondern Computer, an denen die Währung hergestellt oder "geschürft" wird. Die Meinungen zu Kryptogeld gehen stark auseinander. Während die einen Freiheit und Anonymität schätzen, verweisen die anderen auf Gefahren wie Kursschwankungen oder kriminellen Missbrauch. Ob der aktuell massive Kurszuwachs gerechtfertigt ist, ist ebenfalls umstritten.

Wien (APA) - Der Frequentis-Konzern hat im Jahr 2017 seinen Gewinn (nach Steuern) von 9,2 Mio. auf 10,7 Mio. Euro gesteigert. Das auf sicherheitskritische Kommunikations- und Informationssysteme spezialisierte Wiener IT-Unternehmen erzielte 266,9 Mio. Euro Umsatz, nach 241,2 Mio. Euro im Jahr 2016. Dies geht aus der heute Dienstag veröffentlichten Konzern-Bilanz im Amtsblatt der Wiener Zeitung hervor.
 

Newsticker

Frequentis steigerte 2017 Gewinn und Umsatz

Linz (APA) - In der Affäre um liegen gebliebene Akten im Linzer Magistrat hat das Kontrollamt nun seinen Bericht vorgelegt, wie die Stadt am Dienstag berichtete. Es macht u.a. "Defizite in der organisatorischen, personellen und strategischen Führungsarbeit" für die Misere verantwortlich. Die entstandene Schieflage sei lange Zeit "von allen Beteiligten des Geschäftsbereiches völlig falsch eingeschätzt" worden.
 

Newsticker

Linzer Aktenaffäre: Kontrollamt sieht Defizite in Führungsarbeit

Paris (APA/dpa) - Ein neuer Streik im öffentlichen Dienst Frankreichs hat auch für Ausfälle und Verspätungen im Flugverkehr gesorgt. Wegen eines Streikaufrufs für Fluglotsen waren die Airlines am Dienstag dazu aufgerufen, an drei großen Flughäfen jeweils jeden fünften Flug zu streichen, wie Frankreichs zivile Luftfahrtbehörde bestätigte.
 

Newsticker

Streik im öffentlichen Dienst Frankreichs bringt Flugausfälle