Bieterwettkampf um Nokia-Kartendienst in heißer Phase

Um den für die Autoindustrie wichtigen Straßenkartendienst "Here" des finnischen Mobilfunkkonzerns Nokia ist ein Bieterwettbewerb entbrannt. Der umstrittene US-amerikanische Fahrdienst-Anbieter Uber biete dafür drei Milliarden Dollar (2,65 Mrd. Euro), berichtete die "New York Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit Vertraute.

Er konkurriert im Buhlen um die Navigationstechnik mit einem Bündnis der drei Premium-Autobauer BMW, Audi und Daimler, bestätigten zwei Insider gegenüber Reuters. Deren Gespräche über einen Kauf der Sparte seien schon weit fortgeschritten, könnten aber noch scheitern. Nach dem Bericht der "New York Times" haben sich die Deutschen mit dem chinesischen Suchmaschinenanbieter Baidu zusammengetan.

Es habe inzwischen eine zweite Runde mit Geboten gegeben, sagten zwei weitere Insider. Wieviele Bieter es genau gibt, konnten sie nicht sagen. Doch seien inzwischen drei Gruppen unterwegs: Die Industrie-Unternehmen, also die Autobauer, Technologieunternehmen und Finanzinvestoren. Im April hatte das "Manager Magazin" berichtet, neben den deutschen Premiumherstellern und Uber hätten auch der US-Finanzinvestor Hellman & Friedman und das Online-Netzwerk Facebook Interesse. Nach Berichten von "New York Times" und "Wall Street Journal" soll eine Entscheidung womöglich noch im Mai fallen.

Weder die Autokonzerne noch Uber oder Nokia wollten sich zu den Berichten äußern. Der Aktien des finnischen Konzerns verteuerten sich um mehr als drei Prozent.

Nokia Here hat einen hohen Marktanteil bei Navigationssystemen. Die Technologie ist für die Autoindustrie wichtig - nicht nur wegen der Entwicklung autonom fahrender Autos, sondern auch wegen möglicher bezahlter Zusatzdienste. Die deutschen Autohersteller wollten verhindern, dass Nokia Here in die falschen Hände gerate, sagte ein Insider. Vor allem die Konkurrenz durch den Internet-Konzern Google, der ein selbst fahrendes Auto entwickelt, werde gefürchtet. Der Google-Kartendienst Maps konkurriert ebenso wie TomTom mit Nokia Here. Deshalb wollen sie lieber Milliarden ausgeben, um die Schlüsseltechnologie selbst in die Hand zu nehmen.

Insidern zufolge kalkulierten die Autobauer mit einem Preis kaum über dem Buchwert von Nokia Here von zwei Milliarden Euro. Die Analysten von Inderes Equity Research schätzen den Wert jedoch auf 4,4 bis 6,9 Milliarden Euro. Das Angebot von Uber sei unzureichend und spiegle die Wachstumsmöglichkeiten von Here nicht wider. Im ersten Quartal steigerte der Kartendienst den Umsatz um 25 Prozent auf 261 Millionen Euro. Nokia hatte gleichzeitig mit dem geplanten Kauf des französischen Rivalen Alcatel-Lucent angekündigt, strategische Optionen für Here zu prüfen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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