Bertelsmann strebt Verkauf von Call-Center-Sparte im Oktober an

Gütersloh (APA/Reuters) - Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann will den Verkauf seiner Call-Center-Sparte Arvato CRM in rund zwei Monaten abschließen. "Ich bin eigentlich relativ zuversichtlich, dass wir vielleicht im Laufe des Monats Oktober eine gute Lösung vorlegen können", sagte Vorstandschef Thomas Rabe anlässlich der am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresbilanz des Konzerns.

Zwar schließe er anstelle eines Verkaufs eine Partnerschaft weiterhin nicht aus. Allerdings seien die von mehreren Interessenten vorgelegte Offerte "alles Angebote für den Kauf der Geschäfte zu 100 Prozent." Bertelsmann hatte zu Jahresbeginn angekündigt, große Teile seines Geschäfts mit Call-Centern und Online-Kundenbetreuung (Customer Relationship Management, CRM) abzugeben. Ausgenommen sind die CRM-Geschäfte in Frankreich, die Bertelsmann bereits mit einem Partner betreibt. Das CRM-Segment, das zu Bertelsmanns Dienstleistungstochter Arvato gehört, beschäftigt weltweit 36.000 Mitarbeiter und steht mit einem Jahresumsatz von einer Milliarde Euro gut für ein Viertel von Arvato.

Obwohl Bertelsmann für die CRM-Einheit keine separaten Geschäftszahlen ausweist, machte Rabe deutlich, dass dieses Segment im ersten Halbjahr zum Konzernwachstum beigetragen habe. Insgesamt steigerte die Tochter Arvato, die auch Logistik- und Finanzdienstleistungen anbietet, ihren Umsatz von Jänner bis Juni um acht Prozent auf zwei Milliarden Euro. "Gehen Sie davon aus, dass die CRM-Geschäfte in etwa in dieser Größenordnung im ersten Halbjahr gewachsen sind, und zwar profitabel gewachsen sind", sagte Rabe. Die gesamte Arvato steigerte ihren Betriebsgewinn um 21 Prozent auf 175 Millionen Euro.

Neben Arvato trugen im ersten Halbjahr vor allem die Fernsehtochter RTL Group und die Musikrechtesparte BMG zum Konzernwachstum bei. RTL hatte die Halbjahreszahlen bereits am Mittwoch veröffentlicht.

Insgesamt legte der Umsatz von Bertelsmann um gut ein Prozent auf 8,2 Mrd. Euro zu. Der Überschuss stagnierte bei rund 500 Mio. Euro. Zu den Sorgenkindern zählt das deutsche Tiefdruckgeschäft, dessen Markt seit Jahren schrumpft. Bei der Drucksparte, die auch im Ausland Standorte hat, brach das Betriebsergebnis bei rückläufigen Umsätzen um 40 Prozent auf 28 Mio. Euro ein. Rabe verwies auf die mit den Arbeitnehmern bis 2020 vereinbarte Beschäftigungssicherung und Effizienzsteigerung. "Was danach ist, werden wir sehen müssen."

Wie Reuters von Insidern erfahren hatte, hatten sich als Interessenten für das CRM-Geschäft die von Carlyle kontrollierte Comdata aus Italien, die Pariser Webhelp mit der Rückendeckung des Finanzinvestors KKR und die in New York gelistete Atento mit dem Mehrheitsaktionär Bain Capital gemeldet. Zudem hatten den Informationen zufolge Konecta aus Spanien und die US-Firma TTEC den Finger gehoben.

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