Berlin und Paris wollen bis Juni gemeinsamen Plan für Eurozonenreform

Paris/Berlin (APA/AFP) - Deutschland und Frankreich wollen sich bis Juni auf eine gemeinsame Marschroute bei der Reform der Eurozone verständigen. Das teilten der neue deutsche Finanzminister Olaf Scholz und der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Freitag nach einem Treffen in Paris mit.

Beide zeigten sich überzeugt, bestehende Meinungsunterschiede ausräumen und auch die Kritik anderer Länder besänftigen zu können. "Der Wille, etwas hinzubekommen, ist da", sagte Scholz bei seinem Antrittsbesuch in Paris. Die Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für eine Eurozonen-Reform nannte er "ein gutes Signal für Europa". Die neue deutsche Regierung habe sich im Koalitionsvertrag zu höheren Beiträgen für das EU-Budget bereit erklärt. Aber bei der Frage nach der Finanzierung gehe es um "Wahrheit und Klarheit", betonte er. "Es ist nicht gesagt, dass alle Wünsche, die irgendwer aufschreibt, erfüllt werden können."

Le Maire sagte, bis zum EU-Gipfel im Juni solle ein "deutsch-französischer Fahrplan" erarbeitet werden, etwa bei Themen wie der EU-Banken- und Fiskalunion. "Das ist ein Haufen Arbeit", räumte Le Maire ein. "Wir müssen auch die Meinungsverschiedenheiten anerkennen."

Zu Macrons Vorschlägen eines gemeinsamen Haushalts für die Eurostaaten und eines Finanzministers äußerten sich beide nicht konkret. Diese Pläne stoßen in Deutschland insbesondere in der Union auf Skepsis. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel wollte sich am Nachmittag mit Macron in Paris darüber austauschen.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker