Berlin: Grund für BIP-Rückgang ist Umstellung auf neuen Abgastest

Berlin (APA/AFP) - Für den Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Probleme der Autoindustrie bei der Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP verantwortlich. "Die verbindliche Umstellung auf den neuen Prüfzyklus hat einen Zulassungsstau ausgelöst", erklärte das Ministerium von Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch.

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft sei im dritten Quartal "nur unterbrochen" worden.

Der Teststandard WLTP gilt seit September für alle Neuwagen in der EU. Viele Autobauer kamen mit der Zertifizierung ihrer Autos jedoch nicht hinterher, im September brach der Neuwagenmarkt EU-weit um 23,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein.

Das BIP dürfte dadurch "im dritten Quartal um bis zu 0,4 Prozentpunkte gedämpft worden sein", erklärte das Ministerium. Das Statistische Bundesamt hatte zuvor mitgeteilt, dass die deutsche Wirtschaftskraft von Juli bis September im Vergleich zum Vorquartal zum ersten Mal seit Anfang 2015 sank. Der Rückgang betrug der ersten Schätzung der Statistiker zufolge 0,2 Prozent und damit etwas mehr als die 0,1 Prozent, die Analysten erwartet hatten. Im ersten Quartal 2018 hatte das BIP um 0,4 Prozent zugelegt, im zweiten um 0,5 Prozent.

Bei der WLTP-Problematik handle es sich um ein "temporäres Phänomen", betonte das Wirtschaftsministerium. Mit zunehmender Auflösung des Zulassungsstaus werde sich der Aufschwung bereits im Jahresschlussquartal fortsetzen. Geprägt war das dritte Quartal demnach "durch einen schwachen privaten Konsum", der allerdings grundsätzlich eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur bleibe und starke Importe, die einen negativen Wachstumsbeitrag des Außenhandels bewirkt hätten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist der Rückgang im dritten Quartal "vor allem auf die außenwirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen". Nach vorläufigen Berechnungen exportierten deutsche Unternehmen in diesem Zeitraum weniger Güter ins Ausland, die Importe legten gegenüber dem Vorquartal hingegen zu.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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