Bericht: US-Waffenschmiede Colt eröffnete Insolvenzverfahren

Der traditionsreiche US-Waffenhersteller Colt meldet laut einem Zeitungsbericht Konkurs an. Am Montag werde das Unternehmen Gläubigerschutz nach dem US-Insolvenzrecht beantragen, berichtete das "Wall Street Journal" am Sonntag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf eingeweihte Quellen.

Die Firma gehe aber mit Unterstützung zweier seiner größten Kreditgeber in das Verfahren und wolle die Geschäfte nach einer Umstrukturierung weiterführen, heißt es in dem Bericht. Der Schuldenberg von Colt soll sich auf 355 Mio. Dollar (316,4 Mio. Euro) belaufen.

Das mehr als 160 Jahre alte Unternehmen aus Hartford im Bundesstaat Connecticut hatte Mitte Mai eine Rechnung über 10,9 Mio. Dollar nicht begleichen können. Nun lief eine 30-tägige Gnadenfrist aus, um die Schulden doch noch zu bezahlen. Dazu kam es aber laut dem Bericht nicht.

Der Sender CNN hatte in der Vorwoche berichtet, dass Colt bereits eine Einigung über eine Umschuldung mit seiner Bank erzielt hatte. Doch eine Gruppe von Investoren soll das Angebot abgelehnt haben, weil sie keine Verluste hinnehmen wollte. Möglicherweise setzten diese Gläubiger darauf, in einem Insolvenzverfahren besser davonzukommen.

Sollte es zu einer Versteigerung von Vermögenswerten kommen, könnten auch größere Rivalen wie Smith & Wesson oder Sturm Ruger zugreifen. Colts Waffen wurden über 80 Jahre lang von der US-Armee genutzt, 2013 ging jedoch ein wichtiger Vertrag verloren, und die Geschäfte liefen immer schlechter.

Firmengründer Samuel Colt hatte 1836 das Patent für den Revolver mit Drehtrommel erhalten. Diese Technik erlaubte es erstmals, bis zu sechs Schüsse ohne Nachladen abzugeben und sollte die Waffenindustrie später revolutionieren.

1855 wurde das Unternehmen Colt's Manufacturing Company gegründet. Es steht heute unter dem Dach der Colt Defense LLC, die in die Insolvenz geschickt werden soll. Diese Gesellschaft wird vom New Yorker Hedgefonds Sciens Capital Management kontrolliert.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

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Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

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Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

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Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab