BDI warnt vor G-20-Stahlgipfel vor nationalen Alleingängen

Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Industrieverband BDI hat kurz vor dem G-20-Stahlgipfel am Donnerstag in Berlin vor nationalen Alleingängen im Kampf gegen Marktverzerrungen und unfaire Preispraktiken gewarnt. "Nationale Alleingänge führen ins Abseits", warnte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Mittwoch. Nur mit einer gemeinsamen Lösung könne man mehr Stabilität an den internationalen Stahlmärkten erreichen.

Lang rief den weltgrößten Stahlproduzenten China und die USA zu mehr Kompromissbereitschaft auf. Die USA kämpfen mit Strafzöllen gegen angeblich unfaire angebliche Benachteiligungen der US-Wirtschaft und haben weitere Maßnahmen angedroht.

"Auch von der Welthandelsorganisation WTO geduldete Subventionen können dauerhafte und außerordentliche Überkapazitäten verursachen", beklagte der BDI. "Wir erwarten von den G-20, diese Subventionen transparent zurückzufahren und einen zuverlässigen Überwachungsmechanismus einzuführen."

Zunächst deutete sich kein Erfolg der G-20-Stahlkonferenz an. Selbst eine gemeinsame Abschlusserklärung ist noch nicht gesichert, sagte die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries Anfang der Woche der Nachrichtenagentur Reuters. In der Welt gibt es derzeit nach Expertenschätzungen fast 750 Millionen Tonnen an Produktionsüberkapazitäten im Stahl - das ist nahezu 50 Prozent der globalen Rohstahlproduktion im letzten Jahr. Rund die Hälfte dieser Überkapazitäten entfällt allein auf China.

Brüssel (APA/AFP) - Die EU-Kommission wappnet sich für die Verhängung möglicher Gegenzölle auf US-Produkte, falls die Europäische Union nicht von US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen wird. Am Freitag informierte die Brüsseler Behörde offiziell die Welthandelsorganisation WTO darüber, dass sie zur Verhängung von Gegenmaßnahmen bereit sei, wie die Kommission mitteilte.
 

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EU meldet Vergeltungszölle gegen USA bei WTO an

Tokio (APA/Reuters) - Japan will die US-Zölle auf Stahl und Aluminium unter Umständen nicht hinnehmen. Man behalte sich das Recht vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, erklärte das Außenministerium am Freitag in Tokio. Demnach wurde auch die Welthandelsorganisation darüber informiert. Eine Umsetzung der Gegenmaßnahmen hänge von weiteren Schritten der USA und ihre potenziellen Auswirkungen auf japanische Firmen ab.
 

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Japan erwägt Maßnahmen gegen US-Zölle auf Stahl und Aluminium

Wien/Valletta (APA) - Malta ist neben Gibraltar die europäische Hochburg für Online-Glücksspiel. Fast 300 Online-Casinos und -Wettfirmen sind auf der Insel registriert und bedienen von dort aus Kunden in allen EU-Staaten. Die maltesische Glücksspielbehörde überwacht den Sektor aber kaum, er ist seit langem im Griff der italienischen Mafia.
 

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Digitale Glücksspielhochburg Malta im Griff der italienischen Mafia