Bank Austria: Talfahrt der Industrie zu Frühlingsbeginn beschleunigt

Wien - Österreichs Industrie konnte sich zu Frühlingsbeginn laut Bank Austria der Verbesserung der Konjunkturklimas in Europa nicht anschließen, der Beschäftigungsabbau nahm zu. "Die Talfahrt der Industrie in Österreich hat sich im März entgegen dem positiven gesamteuropäischen Trend beschleunigt", so Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer am Montag in einer Pressemitteilung.

Der Bank-Austria-EinkaufsManagerIndex (EMI) fiel im März um 1 Punkt auf 47,7 Punkte. Der Indikator habe in den letzten zweieinhalb Jahren selten tiefer notiert als jetzt. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone habe im März mit 51,9 Punkten ein stärkeres Wachstum als in den Vormonaten signalisiert.

Im März hätten sich in der Industrie in Österreich der Produktions- und Auftragsrückgang fortgesetzt, "auch der Stellenabbau beschleunigte sich im Vergleich zum Vormonat nochmals", so Bruckbauer. Der Rückgang der Einkaufs- und Verkaufspreise habe sich dagegen abgeschwächt.

Eine Erholung des Sektors dürfte sich nach Einschätzung der Bankökonomen zumindest in die zweite Jahreshälfte 2015 verschieben. Die Industriekonjunktur leider unter fehlenden Exportaufträgen und der schwachen Investitionsnachfrage im Inland. Das aktuelle Umfrageergebnis unter Österreichs Einkaufsmanagern biete derzeit keine Signale für eine unmittelbar bevorstehende Trendumkehr, denn auch das Verhältnis zwischen Neuaufträgen und Lagerbestand - ein generell zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der kommenden Monate - zeige keinen Aufwind an.

Bei der Beschäftigung habe der seit mehr als einem halben Jahr laufende Jobabbau mit Frühlingsbeginn "sogar noch an Tempo zugelegt", so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl. "Angesichts der aktuellen Auftragsentwicklung ist eine Trendwende bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit im Sektor derzeit nicht in Sicht." Die Lage am Arbeitsmarkt werde angesichts des noch geringen Auslastungsgrads voraussichtlich noch längere Zeit angespannt bleiben.

Die Verschlechterung der Lage in der Industrie spiegle im März vor allem der starke Produktionsrückgang wider, der eine unmittelbare Folge der weiter nachlassenden Nachfrage sei. "Aufgrund des als schlecht empfundenen gesamtwirtschaftlichen Umfelds kam es vor allem zu Einbußen bei Neuaufträgen aus Österreich, doch auch aus dem Ausland gingen weniger Aufträge als im Vormonat ein", so Pudschedl. Zumindest im Export zeige sich aber zumindest eine Verlangsamung der rückläufigen Auftragsentwicklung.

Die Kostenentlastung, die wegen stark sinkender Einkaufspreise spürbar gewesen sei, habe sich im März reduziert. Die Abschwächung des Euro habe teilweise zu höheren Importpreisen für Rohstoffe und Vorleistungsprodukte geführt. Die Einkaufsmenge sei so stark gedrosselt worden, wie zuletzt vor knapp zweieinhalb Jahren.

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