Bank Austria ortet leichten Konjunktur-Frühling in Österreich

Wien - Die heimische Konjunktur sendet schwache Frühlingssignale und dürfte damit ihre winterliche Schwäche überwunden haben. Bis März hat die Wirtschaftsleistung heuer gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent zugelegt, nehmen die Bank-Austria-Ökonomen an, die ihren Konjunkturindikator nun erstmals seit November wieder ins Plus gesetzt haben. Das signalisiere zumindest einen leichten Aufwind.

Der schwache Anstieg des BIP zum Jahresauftakt dürfte den moderaten Rückgang von Ende 2014 aber allenfalls kompensiert haben können, schätzt Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Stützende Kräfte seien bei dem realen Plus von 0,2 Prozent die Nettoexporte und der private Konsum gewesen. Das Wifo wird seine Schnellschätzung zum BIP im ersten Quartal am 30. April vorlegen.

Den Exporten fehlte den Bank-Ökonomen zufolge zwar in den ersten Monaten 2015 - trotz schwächerem Euro - weiterhin der Schwung, doch auch die Importnachfrage sei bisher wegen der anhaltenden Investitionszurückhaltung schwach, sodass der gesamte Außenhandel dennoch einen positiven Beitrag zum Wachstum geleistet habe. Zudem gebe es ein moderates Plus beim Privatkonsum.

Die seit einigen Monaten spürbare Verbesserung des Konjunkturklimas in Europa sollte demnächst auch auf Österreich überschwappen, meinten die Experten des Instituts am Mittwoch. Die Stimmung in der heimischen Industrie sei aber im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern spürbar reservierter. Die jüngste Klimaverbesserung, auch bei den österreichischen Verbrauchern, sollte in den nächsten Monaten der Austro-Industrie den Weg für eine allmähliche Belebung ebnen.

Unterstützt werden sollte eine moderate Belebung der heimischen Wirtschaft heuer durch die günstigen externen Rahmenbedingungen - etwa die Erholung in Europa, den schwachen Euro und das billige Öl. Die Auffrischung der Auslandsnachfrage sollte im zweiten Halbjahr der Investitionstätigkeit auf die Sprünge helfen, "zumal die Finanzierungsbedingungen durch die lockere Geldpolitik der EZB anhaltend günstig bleiben sollten". Der Privatkonsum halte - begünstigt durch die niedrige Inflation - seinen moderaten Wachstumskurs, sodass die Inlandsnachfrage ein immer wichtigerer Träger der Wirtschaftsdynamik in Österreich werde.

Ihre Gesamtjahres-Prognose ändert die Bank Austria vorerst nicht, sie hält an 0,9 Prozent BIP-Plus für 2015 fest. Für 2016 geht sie von 1,5 Prozent Anstieg aus. Die Inflation werde heuer mit 0,9 Prozent noch niedrig sein, sich 2016 aber auf 1,6 Prozent beschleunigen - denn zumindest in Euro gerechnet sei der Rückgang der Rohstoffpreise (Öl) ausgelaufen. Ab dem heurigen Sommer sei mit einer Zunahme der Teuerung zu rechnen, dann werde sich der Ölpreiseffekt langsam umkehren.

Wien (APA) - Maschinen können bald mehr als die Hälfte der Tätigkeiten übernehmen, die jetzt von Menschen ausgeübt werden. Dementsprechend ist mehr als die Hälfte der Jobs mittelfristig von Automatisierung oder "Robotern" bedroht. Ältere Menschen trifft das besonders hart, weil sie sich schwertun, eine neue Arbeit zu finden oder umzusatteln, zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Mercer-Studie.
 

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Roboter bedrohen vor allem Jobs unqualifizierter älterer Menschen

Wien (APA) - Singapur unterzeichnet am Freitag ein Freihandelsabkommen mit der EU, das aber für London bald nicht mehr gilt. Singapurs Ministerpräsident Lee Hsien Loong schließt nicht aus, dass die Briten bilateral zu einem besseren Deal mit seinem Land gelangen könnten. "Es ist immer leichter, ein Abkommen mit einem Land statt mit einer Organisation aus 28 Staaten zu machen", sagte er am Mittwoch in Wien.
 

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Brexit - Singapurs Premier: Mit einem Land macht man leichter Deals

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