Bank Austria: Industriekonjunktur stabilisiert, mehr Auslandsaufträge

Wien (APA) - Die Industriekonjunktur hat sich laut Bank Austria nach der Verlangsamung seit dem Jahreswechsel nun über den Sommer stabilisiert. Rückenwind bringt vor allem die Nachfrage aus dem Ausland. Der starke Beschäftigungsaufbau verlor aber an Tempo. Die Industrie geht mit etwas mehr Zuversicht in den Herbst, so dass für die Bankökonomen heuer ein Produktionsanstieg um 5 Prozent in Reichweite ist.

Der UniCredit-Bank-Austria-Einkaufsmanagerindex (EMI) erreichte im August 56,4 Punkte und ging damit gegenüber dem Vormonat (56,8 Punkte) leicht zurück. "Der Abwärtstrend der ersten Jahreshälfte setzt sich also nicht fort", so UniCredit-Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Der Indikator liege damit den dritten Monat in Folge auf diesem überdurchschnittlich hohen Wert, "der einen im Vergleich zum Jahresbeginn zwar etwas moderateren, aber weiterhin sehr kräftigen Wachstumskurs der heimischen Industrie signalisiert."

Die österreichische Industriekonjunktur laufe im europäischen Vergleich seit zweieinhalb Jahren überdurchschnittlich gut. Die Betriebe hätten im August die Produktion erneut stärker ausgeweitet, "um der wieder kräftiger steigenden Nachfrage, insbesondere aus dem Ausland nachkommen zu können", so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl.

Der Beschäftigungsaufbau habe sich aber spürbar verlangsamt. "Die Beschäftigung in der heimischen Industrie steigt zwar weiter kräftig, aber die Dynamik lässt mittlerweile deutlich nach. Der Teilindex für die Beschäftigung ist im August auf 56,2 zurückgegangen. Das ist der niedrigste Wert seit Anfang 2017", betonte Pudschedl. Für das Gesamtjahr rechnen die Bankvolkswirte aber mit einem Zuwachs von 3 Prozent im Jahresvergleich. Damit würden im Jahresdurchschnitt in der Industrie fast 620.000 Beschäftigte tätig sein, so viele wie zuletzt Mitte der 1990-er Jahre.

Die Aussichten auf eine erneute Belebung hätten sich verbessert. Der Rückgang des EinkaufsManagerIndex sei überwiegend auf die Verlangsamung der Beschäftigungsdynamik zurückzuführen, so die Bank Austria. Die meisten anderen Komponenten, vor allem die Auftragsentwicklung wiesen nicht nur auf eine Stabilisierung, sondern sogar auf eine mögliche erneute Belebung der Industriekonjunktur in der zweiten Jahreshälfte hin. Die Betriebe schätzten auch mittelfristigen Aussichten günstig ein.

"Die vorläufige Entspannung im Handelskonflikt mit den USA und die zunehmenden Anzeichen einer erneuten Belebung des globalen Handels unterstützen unsere positive Wachstumseinschätzung für die heimische Industrie", so Bruckbauer. Die Bank Austria gehe von einem "Anstieg der Industrieproduktion im Gesamtjahr 2018 von rund 5 Prozent aus."

Allerdings gefährdeten protektionistische Tendenzen und geopolitische Spannungen die Stabilität der Industriekonjunktur. "Die Abwärtsrisiken für die österreichische Industrie sind daher weiter nicht zu vernachlässigen", heißt es in der Pressemitteilung.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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