Bank Austria: 2017 Rekord-Investments am heimischen Immo-Markt

Wien (APA) - Auch der österreichische Immobilienmarkt wird durch die extrem niedrigen Zinsen und die ausgezeichnete Konjunktur beflügelt. Im ersten Halbjahr wurde daher am heimischen Markt mit 2,4 Mrd. Euro an kommerziellen Immo-Transaktionen ein Spitzenwert erreicht, erklärten die Real-Estate-Experten der UniCredit Bank Austria am Dienstag. Die Renditen seien historisch tief, bei Büros schon unter 4 Prozent.

Der Rückgang der Immo-Renditen sei vor allem durch einen Anstieg der Immobilienpreise zu erklären. Das sei nicht nur in Österreich der Fall - wo sie bei Shopping Centern um die vier Prozent liege und bei Fachmarktzentren und Logistikimmobilien bei je rund 5,7 Prozent -, sondern auch in der Eurozone: Dort seien die Preise stark gestiegen und hätten neue Höchststände erreicht. Die weitere Entwicklung der Immo-Werte werde nicht zuletzt von der Zinsentwicklung abhängen, so die Bank Austria.

Das Rekordvolumen von rund 2,4 Mrd. Euro an kommerziellen Immo-Investments am heimischen Markt sei freilich durch große Transaktionen im jeweils dreistelligen Euro-Millionen-Bereich zu erklären. Als Basis der Berechnung dienen dabei seit heuer in Wien und Österreich die "Signings" und nicht wie bisher die "Closings" der Transaktionen, Vergleiche sind also nur bedingt möglich.

Deutsche Investoren hätten bis Juni mit deutlich über 50 Prozent Anteil die Position als Nummer 1 bei den kommerziellen Immo-Transaktionsvolumina zurückerobert, so das Institut in einer Aussendung. Inländische Investoren folgten demnach mit knapp 30 Prozent Anteil. Besonders hoch war das Interesse an Büros, zeigten die großen Transaktionen: Auf sie entfiel ein Anteil von rund 60 Prozent. Auch Wohnimmos wurden verstärkt nachgefragt, gefolgt von Einzelhandelsimmos und Hotels.

Nachdem in den vergangenen Jahren im Bürobereich relativ wenig neue Flächen auf den Markt gekommen seien, zeichne sich schon für heuer ein Anstieg ab, und 2018 würden Neuflächen von mindestens 300.000 m2 erwartet. Damit erhöhe sich das Angebot an modernen Büros für Investoren, zudem würden diese modernen Flächen insbesondere ältere Büros an weniger attraktiven Standorten weiter unter Druck setzen. Auch im Einzelhandelsbereich wird sich der Wettbewerb aus Sicht der Bank Austria durch den Onlinehandel weiter verschärfen und die Schere zwischen A- und B-Standorten weiter aufgehen.

Der heimische Wohnungsmarkt sei in den letzten Jahren im europäischen Vergleich zwar relativ günstig geblieben, die Immo-Preise und in weiterer Folge die Mietkosten seien mit dem wachsenden Nachfrageüberhang aber massiv gestiegen. Jedoch sei der Preisanstieg am heimischen Wohnimmomarkt gegen Ende 2016 und Anfang 2017 abgeflaut bzw. in Wien sogar zum Stillstand gekommen. Die Preisentwicklung signalisiere zumindest eine Stabilisierung des Marktes auf hohem Niveau.

Wohnen sei in Österreich für einen Durchschnittshaushalt zumindest "leistbarer" als in anderen, ähnlich wohlhabenden europäischen Ländern. Trotz des Preisanstiegs liege die Wohnkostenbelastung heimischer Haushalte mit im Schnitt 18 Prozent der verfügbaren Haushaltseinkommen noch deutlich unter dem EU-Schnitt von fast 23 Prozent.

Insgesamt könne 2017 mit einer Bauleistung von über 62.000 neuen Wohnungen in Österreich gerechnet werden. Falls die aktuelle Neubauleistung über 2017 hinaus aufrechterhalten werde, werde der Nachfrageüberhang am Wohnungsmarkt auf jeden Fall kleiner. "Der Wohnungsbedarf wäre zumindest im Landesdurchschnitt gedeckt", heißt es, "wobei aber auf regionaler Ebene, vor allem in den Ballungsräumen, Defizite bleiben und besondere Anstrengungen im Wohnungsneubau erfordern."

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker