Bank Austria - Unsicherheiten bremsen Österreichs Wachstumstempo

Wien (APA) - Zunehmende globale Unsicherheiten wie verstärkte protektionistische Tendenzen und der US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran bremsen Österreichs Wachstumstempo, das Exportumfeld wird schwieriger. Die Binnenkonjunktur stabilisiere den Wachstumstrend, der Rückgang der Arbeitslosenquote verlangsame sich, so die Bank Austria am Dienstag.

Für das Gesamtjahr 2018 wird aber unverändert ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent erwartet. Den Grund für die Mäßigung des Wachstumstempos sowie das zunehmende Prognoserisiko sehen die Bankökonomen eindeutig bei der Auslandsnachfrage.

Der Bank-Austria-Konjunkturindikator ist im April auf 4,2 Punkte gesunken, nach 4,3 Punkte im März. Damit halte der moderate, aber kontinuierliche Rückgang des Konjunkturklimas der vergangenen Monate zu Beginn des zweiten Quartals an, so Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer am Dienstag in einer Pressemitteilung. Das Wachstumstempo der österreichischen Wirtschaft sei derzeit aber immer noch "sehr ansprechend". Der sehr lange Aufschwung der österreichischen Wirtschaft habe dank der globalen Erholung 2017 in der höchsten Wachstumsdynamik seit zehn Jahren gegipfelt, in den vergangenen vier Monaten habe das ausgezeichnete Konjunkturklima aber kontinuierlich an Glanz verloren.

"Der Konjunkturtrend zeigt seit Jahresbeginn 2018 deutlich nach unten", so Bank-Austria-Volkswirt Walter Pudschedl. Dem schwieriger werdenden Exportumfeld stemme sich aber eine weitgehend stabile Binnenkonjunktur entgegen. "Die Stimmung am heimischen Bau hat sich knapp vor Sommerbeginn auf hohem Niveau stabilisiert und auch die österreichischen Konsumenten sind unverändert optimistisch." Die Zuversicht am Bau werde von der sehr guten Auftragslage getragen, die Entspannung am Arbeitsmarkt unterstütze die anhaltende Hochstimmung der Konsumenten.

Die Auslandsnachfrage werde weiter an Schwung verlieren, weil sich die Erholung des globalen Handels einzubremsen drohe. Der eingesetzte Abwärtstrend könnte sich in den kommenden Monaten noch "spürbar verschärfen", heißt es in der heutigen Mitteilung. Zu den protektionistischen Maßnahmen im internationalen Handel ausgehend von den USA, käme als Verstärkung der Unsicherheiten für die globale Wirtschaft die Gefahr zunehmender geopolitischer Dissonanzen. "Der Ausstieg der USA aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran und die Ankündigung verschärfter Sanktionen wird nicht ohne Folgen für die globale Wirtschaft bleiben", so Bruckbauer.

Für 2019 wird nach Einschätzung der Bank Austria "selbst in einem maßvollen Risikoszenario" nur noch ein Wachstum von 2,0 Prozent möglich sein. Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) werde damit in Österreich aber weiter über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Die Konjunkturabflachung werde in den kommenden Monaten auch die Verbesserung der Lage am heimischen Arbeitsmarkt "langsam auslaufen lassen", so Pudschedl. "Ab Sommer 2018 ist kaum mehr ein weiterer Rückgang der Arbeitslosenquote zu erwarten, da das sinkende Beschäftigungswachstum weiterhin einem robusten Anstieg des Arbeitskräfteangebots gegenübersteht." Für 2018 erwartet die Bank Austria eine durchschnittliche Arbeitslosenrate von 7,7 Prozent, für 2019 von 7,6 Prozent. 2017 hatte die Arbeitslosenrate noch 8,5 Prozent betragen.

Die Inflationsrate dürfte durch den steigenden Ölpreis nach oben getrieben werden. "Spätestens ab Sommer wird aufgrund des gegenüber dem Vorjahr jedenfalls spürbar höheren Ölpreises die Inflation wieder über die Marke von 2 Prozent steigen", erwartet Bruckbauer. Für das Gesamtjahr sei wegen der niedrigen Werte zu Jahresbeginn mit einer durchschnittlichen Preissteigerung von 2 Prozent zu rechnen, nach 2,1 Prozent 2017.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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