Bahn-KV - Fronten ähnlich verhärtet wie bei den Metallern

Wien (APA) - Das verfahrene Bild von den Verhandlungen im Metaller-KV beginnt sich verstärkt in den Verhandlungen zum Bahn-KV zu spiegeln. Wie die Metaller-Arbeitgeber sehen auch die Bahn-Arbeitgeber in den Forderungen der Gewerkschaft ein "unerfüllbares Belastungspaket". Das sagte Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbandes Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer, im APA-Gespräch am Dienstag.

"Die Gewerkschafter sagen zwar, sie reichen uns die Hände - aber das nützt mir nichts, wenn die Fäuste geballt sind", reagierte Scheiber auf eine Pressekonferenz der Gewerkschaft vida zum Bahn-KV am Dienstagvormittag. "Wir hoffen, dass die geballte Faust aufgeht und zu einem Handschlag wird."

Am Vorgehen der Gewerkschaft übte Scheiber ganz ähnliche Kritik wie auch die Arbeitgeberseite bei den Metallern: "Das derzeitige Problem ist, das ganze läuft Richtung Inszenierung und nicht Vernunft." Es handle sich bei den Bahn-KV-Verhandlungen um "einen Teil der Inszenierung zum heißen Herbst, den die Gewerkschaft angekündigt hat. Wir sind ein bisserl in Geiselhaft mit unserer Branche wegen der politischen Ziele", sagte Scheiber.

Ihm "missfällt", dass "unerfüllbare Forderungen" gestellt würden. So hätten die Arbeitnehmervertreter 5 Prozent mehr Löhne bzw. Gehälter gefordert. Samt umfangreichen Forderungen im Rahmenrecht würden die Forderungen "mehr als 10 Prozent" ausmachen. "Das ist für manche Betriebe existenzbedrohend", sagte Scheiber. Diese Ausführungen könnten exakt auch von einem Metaller-Arbeitgebervertreter stammen, wie auch die Ausführungen der Gewerkschaft vida zum Bahn-KV heute absolut an jene von PRO-GE und GPA-djp bei den Metallern klangen und klingen.

Die heutige Frage der vida-Gewerkschafter, man wolle von den Arbeitgebern wissen, was ihnen die Mitarbeiter wert seien, stellt sich aus Sicht von Scheiber nicht: "Die Mitarbeiter sind enorm viel wert. Es ist aber die Frage, was ist finanzierbar?". Der Wert der Mitarbeiter messe sich auch an Rahmenbedingungen wie Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten, so der Arbeitgebervertreter.

Zur indirekten Streikdrohung der Arbeitnehmervertreter von heute sagte Scheiber, dass es "immer einen Tag danach gibt". Man müsse überlegen, "wie kann es danach weitergehen?". Bis Ende Juni habe es schließlich eine gute Basis gegeben. Dann wurde - zur Erinnerung - aber das neue Arbeitszeitgesetz beschlossen und die Gewerkschaften fühlten sich übergangen und übervorteilt.

"Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte Scheiber. "Wenn die Gewerkschaft von ihren unannehmbaren Forderungen abrückt, auf ein finanzierbares Maß zurückgeht ist ein Abschluss möglich. Wenn die Gewerkschaft bei ihrer Inszenierung und ihren Forderungen bleibt, dann sind noch viele Verhandlungsrunden notwendig."

Die von den Gewerkschaften heftig kritisierte einseitige "freiwillige Entgelterhöhung" um drei Prozent verteidigte Scheiber einmal mehr. Damit zeige man, dass man konstruktiv sein wolle. Schließlich würden die Mitarbeiter seit 1. Juli auf ihre KV-Anpassung warten. "Da ist mir die Gewerkschaft nicht so wichtig wie die Mitarbeiter", sagte Scheiber auf die Gewerkschaftskritik angesprochen. "Das wird nicht nur von den Mitarbeitern angenommen, sondern auch von den Betriebsräten, die in den Aufsichtsräten der Unternehmen und in eigenen Betriebsvereinbarungen zustimmen, um die freiwillige Erhöhung rechtssicher zu machen", so der Arbeitgebervertreter. "Da gibt es eine Diskrepanz zwischen der Gewerkschaft als übergeordneter Interessensvertretung und den Betriebsräten in den Firmen", sagte er im Gespräch mit der APA.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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