AVL erzielt 2014 zehnprozentigen Umsatzzuwachs

Graz - Der Aufwärtstrend des weltweit tätigen Grazer Motorenentwicklers und Prüftechnikspezialisten AVL List GmbH hält an: 2014 wurde mit einem Umsatz von 1,15 Mrd. Euro und damit einem Umsatzwachstum von rund zehn Prozent (nach 1,05 Mrd.) abgeschlossen. Für 2015 werde ähnliches Wachstum erwartet, schilderte CEO Helmut List am Montag im APA-Gespräch. Die aktuelle Auftragslage entwickle sich "vernünftig".

Aus Sicht von Konzernchef List war das vergangene Jahr für das global agierende Unternehmen mit Stammsitz in Graz ein "erfolgreiches Jahr des Wachstums", das auch von kräftigen Investitionen sowohl in Graz als auch im Ausland geprägt wurde. Insgesamt seien 88 Mio. Euro in neue Laborausstattung und ein neues Labor speziell für Getriebe und Gesamtantriebsstrang in Graz sowie neue Tech-Center im Ausland geflossen.

Im Stuttgart laufe die große Bauphase für ein Test-und Engineering-Center, das 2016 in Betrieb gehen soll. In Tianjin wurde ein zweites Tech-Center in China (neben Shanghai) aufgebaut, das laut List "in Kürze" in Betrieb gehen soll, sowie eines im brasilianischen Sao Paulo. Insgesamt werde man bei Abschluss der Projekte bei 17 Zentren halten.

"Das führt dazu, dass wir ein gutes Netzwerk von Tech-Centers haben, die vor Ort mit den Kunden der Länder zusammenarbeiten können und Projekte an Land ziehen, die teilweise dort, aber in größeren Teilen in Graz durchgeführt werden", erläuterte List die Strategie. "Je präsenter wir als ein starker Partner vor Ort sein können, umso stärker bekommen wir wichtige Projektanteile nach Graz", schilderte der AVL-Chef. Auf Personalseite habe man weltweit auf 7.470 Mitarbeiter (2014: 6.650) zugelegt. Auf die Grazer Zentrale würden davon rund 3.200 (zuvor 2.950) entfallen.

Der Exportanteil liege stabil bei 96 Prozent. Wichtigste Basis für den internationalen Erfolg sei die eigene Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, für die traditionellerweise rund zehn Prozent des Umsatzes zur Verfügung gestellt werden. 2014 seien von AVL 74 Patente angemeldet worden, womit man in Österreich die Patentführerschaft innehabe, so List.

List zeigte sich zuversichtlich, die Entwicklung weiter fortsetzen zu können. Potenzial für zusätzliches Geschäftsvolumen sieht der AVL-Chef u.a. in der weiteren Entwicklung einer Plattform von mobilen Messsystemen, die die sogenannten "Real Driving Emissions" (RDE) - also die Realemissionen im echten Fahrbetrieb auf der Straße - messen, die letztlich als neue Grundlage für die Fahrzeugzulassung dienen sollen. Was im Bereich der Lkw bereits weitgehend feststeht, soll nun in der kommenden RDE-Gesetzgebung kommen. Hier gelte es, entsprechende Prozesse für die Motorenentwicklung aufzusetzen. "Das ist sehr wichtig für unsere Kunden, die sehr schnell wissen wollen, was auf sie zukommt und praktikable Testsysteme haben wollen, um die kommende Gesetzgebung berücksichtigen zu können", erläuterte List.

Ein weiterer Trend, der im letzten Jahr stark zugenommen habe, "und wo große Durchbrüche erfolgen", sei die modellbasierte Entwicklung. Sie soll die Entwicklung von Einzelkomponenten im Kontext zum Gesamtsystem schneller und effizienter vorantreiben, was besonders bei Hybridsystemen von großer Bedeutung ist.

Das Wachstum des Unternehmens wollte List nicht in speziellen Weltregionen festmachen: Das Wachstum kommt aus allen Ländern, wobei es in der Gewichtung immer wieder Verschiebungen gibt. Was die weltweiten Absatzmärkte anbelangt, zeigte sich List zuversichtlich, dass der Markt in China weiter wachsen werde und sich "auf ein Niveau von sieben bis acht Prozent normalisiert". Für Indien erkenne er, "dass der Markt jetzt wieder anzieht. Die letzten Jahre waren eher schwächer". Dafür seien für die AVL die Aufträge in Japan, wo letztlich ein 13-Prozent Anteil am Gesamtunsatz erzielt wurde, stark gewachsen.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma