Austro-Industrie: Nachfrage schwach, noch kein Aufschwung

Wien (APA) - In Österreich ist ein Industrie-Aufschwung weiter nicht in Sicht, die Nachfrage bleibt zurückhaltend. Dem Aufwärtstrend des Sektors in Europa kann die heimische Branche nicht folgen. Stärker als Player im Ausland verspüre sie die Effekte der EU-Sanktionen gegen Russland und der Ukraine-Krise, stellt die Bank Austria fest. Trotz gedrosselter Produktion wuchs der Kapazitätsüberhang im Jänner.

Unmittelbare Verbesserung ist für die heimische Industrie momentan nicht in Sicht, erklärte die Bank am Donnerstag bei der Veröffentlichung ihres neuen EinkaufsManagerIndex (EMI), der - nach einem Anstieg in den vergangenen zwei Monaten - im Jänner wieder einen leichten Knick nach unten machte und damit den fünften Monat in Folge unter 50 Punkten liegt, also unter der Schwelle, die Wachstum anzeigt. Das billige Öl und der schwache Dollar sollten in den kommenden Monaten aber eine Rückkehr zum Wachstum erlauben.

Dass Österreichs Industrie anders als die europäische nicht vom Fleck kommt, liegt laut Bank Austria an der sehr verhaltenen Nachfrage aus dem In- und Ausland sowie der starken Handelsverflechtung mit Osteuropa, Stichwort Russland und Ukraine. "Die positiven Impulse aus den westlichen Nachbarländern wie Deutschland sind noch zu schwach, um die österreichische Industrie auf Wachstumskurs zu bringen", erklärte Chefökonom Stefan Bruckbauer in einer Aussendung.

Eine der größten Herausforderungen sei die sehr zurückhaltende Nachfrage - im Jänner hat sich die Auftragslage nochmals verschlechtert, laut Ökonom Walter Pudschedl der stärkste Rückgang des Orderstands seit eindreiviertel Jahren. Deshalb hätten die Industriebetriebe die Produktionsleistung im Jänner spürbar zurückgefahren. Jedoch sei die Anpassung der Erzeugungskapazitäten an die nachlassende Auftragslage nicht rasch genug erfolgt, denn der Kapazitätsüberhang sei im Jänner weiter gewachsen.

Die Ertragslage der heimischen Industriebetriebe dagegen hat sich laut Pudschedl im Jänner gegenüber dem Vormonat leicht verbessert - weil die Verkaufspreise in geringerem Maß gesenkt wurden als sich die Vormaterialien verbilligt haben. Wegen der Aussicht auf weiter fallende Preise reduzierten die Betriebe ihre Einkaufsmengen spürbar, daher gingen auch die Lagerbestände an Vormaterialien klar zurück. Offenbar schätzten die Industriefirmen die weiteren Geschäftsaussichten sehr zurückhaltend ein, vermutet die Bank.

Die unmittelbaren Aussichten für die heimische Industrie seien - angesichts des Rückgangs im Neugeschäft - gedämpft. Das Verhältnis zwischen Neuaufträgen und Lagerbeständen zeige gegenüber dem Vormonat einen Rückgang und liege nun im negativen Terrain. Die jüngsten ifo-Daten ließen aber erwarten, dass die heimische Industrie in den kommenden Monaten - gestützt durch Ölpreis und Euro - der leichten Aufwärtsentwicklung in Europa folgen werde, so Bruckbauer. Für die Eurozone ist der EMI für Jänner nämlich auf den höchsten Wert seit einem halben Jahr geklettert; mit (vorläufig) 51 Punkten signalisiert er außerdem schon seit Mitte 2013 ununterbrochen eine leichte Industrie-Aufwärtsbewegung an.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro