Austro-Firmen noch nicht ausreichend für Internet der Dinge bereit

Alpbach (APA) - Die österreichische Wirtschaft ist noch nicht ausreichend für das Internet der Dinge (Internet of Things, "IoT") vorbereitet. Dabei gehört das IoT als Basis der Digitalisierung zu den größten Innovationstreibern des kommenden Jahrzehnts. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der A1 Telekom Austria, die am Rande des Forum Alpbach am Dienstag präsentiert wurde.

Zwei Drittel der 280 befragten A1-Businesskunden - repräsentativ für die A1-Zielgruppe - erkennen das Veränderungspotenzial des IoT und der Digitalisierung in Österreich. "Das Internet der Dinge wird sowohl unseren Alltag als auch die österreichische Wirtschaft von Grund auf verändern", erklärte A1-Chef Marcus Grausam. In der Vergangenheit hätten Telekomunternehmen Menschen mit Menschen verbunden. Nun würden zudem Maschinen mit Maschinen und Devices mit Devices verbunden, erklärte der Manager. Aber: "Die Studie zeigt, dass Österreich und seine Unternehmen derzeit noch nicht ausreichend dafür vorbereitet sind. Um auch in Zukunft wirtschaftlich zu bestehen ist es wichtig, beim IoT aufzurüsten", sagte Grausam.

In diesem Zusammenhang baut der Unternehmenschef auch auf die 5G-Strategie der Bundesregierung, formulierte auf Nachfragen aber auch einige dahingehende Forderungen. Gut sei, dass die Politik die Bedeutung des Themas erkannt habe, so Grausam. Nun gehe es an die Umsetzung. Dazu gehört eine Novelle des Telekomgesetzes (TKG), deren Inhalt bisher von Telekomfirmen wie A1 auch kritisiert wurde. Eine flächendeckende 5G-Versorgung in Österreich zumindest entlang der Hauptverkehrsrouten hänge von den Rahmenbedingungen des TKG ab, sagte der Manager.

"Wir haben als Branche Inputs fürs TKG abgegeben", so Grausam. Dazu gehöre bei der kommenden großen Frequenzauktion, dass diese nicht wieder 2 Mrd. Euro kosten dürfe, wie die letzte. Bei solchen Kosten sei das Ziel bis 2025 "unrealistisch". "Die Frequenzauktion muss vernünftig ablaufen. Sie muss einfach beherrschbar und transparent sein. Man muss bekommen, wofür man bietet und bezahlen, was man geboten hat. Es darf nicht erlösmaximierend sein: Die Wertschöpfung darf nicht aus den Erlösen der Auktion kommen - sie muss später kommen, wenn die Netze ausgebaut sind und die Anwendungen entstehen, wenn die österreichische Wirtschaft profitiert", so die Forderung von Grausam Richtung ÖVP/FPÖ-Bundesregierung. Zuständig ist Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ).

Die Digitalisierung schreitet rasant voran. A1 rechnet damit, dass 2020 alleine in Österreich 80 Millionen Geräte mit dem Internet verbunden sein werden - in Europa 20 Milliarden. 5G werde kurze Latenzzeiten ermöglichen. Aber laut Umfrage ist das Internet der Dinge nur für 36 Prozent der Austro-Firmen ein strategisches Thema. Immerhin 24 Prozent sehen sich bei diesem Thema gut aufgestellt, weitere 35 Prozent teilweise gut. Bei 40 Prozent der befragten Firmen ist IoT allerdings gar kein Thema, bei 27 Prozent lediglich in Diskussion - bei 18 Prozent in Umsetzung und bei 11 Prozent in Planung. Österreich selbst schneidet aus Unternehmersicht im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich bis durchschnittlich ab. Allergrößtes IoT-Thema für die Firmen ist eine "Smart Supply Chain". Erwartet werden hauptsächlich schnellere Prozesse, schnellere Kundeninteraktionen und zusätzliche Umsätze. Größte Sorge machen Sicherheitsbedenken.

Bei der Digitalisierung kooperiert der Flughafen Wien mit A1. Schon jetzt herrschte am Airport ein hoher Digitalisierungsgrad, erläuterte Flughafenvorstand Julian Jäger. So gibt es unter anderem eine vernetzte Zutrittssteuerung für rund 1.600 Türen, Passagierfluss-Messsensoren, eine digitalisierte Gepäckverfolgung und beim Winterdienst wird die Arbeit von sechs Räumfahrzeug mit GPS erfasst, um die geräumten flächen, Schneebeschaffenheit und -mengen zu erfassen. Das ist laut Jäger wichtig, falls ein Unfall passiert: "Wir wissen, wann was geräumt ist beziehungsweise war", erklärte der Airport-Manager.

A1 ist laut eigenen Angaben der größte Glasfaser-Investor Österreichs. Demnach fließen jährlich rund 450 Mio. Euro.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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