Australien verhindert Enthauptung durch IS-Kämpfer

(Reuters) - In Australien haben islamische Extremisten nach Geheimdienstinformationen die Enthauptung willkürlich ausgewählter Bürger geplant. Mit dem größten Anti-Terroreinsatz in der Geschichte des Landes sei dies verhindert worden, teilten die australischen Behörden am Donnerstag mit. Hinter den Anschlagsplanungen stecke die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS), sagte Ministerpräsident Tony Abbott in Sydney nach den Razzien. Der IS habe Sympathisanten in Australien zu solchen "demonstrativen Tötungen" aufgefordert. An den Durchsuchungen von Wohn- und Geschäftshäusern in Sydney und Brisbane waren mehr als 800 Polizisten beteiligt. 15 Personen wurden festgenommen. Gegen einen Mann aus Sydney wurde Anklage erhoben.

Die IS-Miliz hat in Teilen des Iraks und Syriens ein Kalifat ausgerufen und ein Terrorregime mit Anschlägen, gezielten Tötungen und Enthauptungen errichtet. Weite Regionen beider Länder stehen bereits unter der Gewalt der Extremisten. Im Norden Syriens eroberte die Miliz nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte weitere 21 Dörfer. Die kurdische Stadt Ain al-Arab wurde eingekesselt. Ein Kommandeur rief andere kurdische Kämpfer in der Region zu Hilfe. Die in der Türkei aktive Kurdische Arbeiterpartei (PKK) forderte junge Kurden auf, in den Kampf gegen die IS zu ziehen.

ENTHAUPTUNG VOR LAUFENDER KAMERA

Es bestehe das ernsthafte Risiko eines Terror-Anschlags in Australien, sagte Ministerpräsident Abbott. Seine Regierung hatte vor wenigen Tagen bereits die nationale Terror-Warnstufe auf "hoch" angehoben. Nach Medienberichten sah der Plan der Extremisten vor, eine zufällig ausgewählte Person in der Hauptstadt Sydney zu entführen und sie vor laufender Kamera zu köpfen, eingehüllt in die schwarze Fahne der IS-Miliz.

Laut Abbott hat ein Australier in führender Position bei der Extremistengruppe die IS-Sympathisanten zu solchen Hinrichtungen aufgerufen. Staatsanwalt Michael Allnutt sagte, die Planungen seien darauf angelegt gewesen, die Gesellschaft zu schockieren, zu entsetzen und zu ängstigen. Wie Deutschland ist Australien besorgt über die hohe Zahl von Bürgern, die sich auf den Weg nach Syrien oder in den Irak gemacht haben, um am Dschihad teilzunehmen. Aus Deutschland sind nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes mehr als 400 Personen dorthin ausgereist. Es besteht die Gefahr, dass diese radikalisiert, an Waffen ausgebildet und mit guten Kontakten zu dschihadistischen Gruppen zurückkehren. Aus Australien sind nach offiziellen Angaben mehr als 160 Staatsbürger in Kämpfe im Mittleren Osten verwickelt.

"ABSTRAKT HOHE ANSCHLAGSGEFAHR IN DEUTSCHLAND"

Für die Bundesrepublik sagte eine Sprecherin von Innenminister Thomas de Maiziere, es lägen keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen oder einen bevorstehenden Anschlag vor. Deutschland stehe aber weiter "im Fokus des dschihadistischen Terrorismus". Hieraus resultiere "eine abstrakt hohe Gefährdung für die innere Sicherheit", die jederzeit in Form von Anschlägen real werden könne.

IS-Kämpfer hatten in den vergangenen Monaten per Video auch zu Anschlägen in Deutschland aufgerufen. Als Warnung gilt den Behörden der Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel Ende Mai, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Es gilt als sicher, dass der Täter zuvor in Syrien gekämpft hat. Vergangene Woche hatte de Maiziere alle Aktivitäten der IS in Deutschland verboten. Unterstützern drohen nun Geldbußen oder Gefängnisstrafen, wenn sie IS-Symbole öffentlich zeigen oder für die sunnitische Gruppierung werben.
Der iranische Präsident Hassan Ruhani kritisierte die IS für die Enthauptung von Geiseln scharf. Die Tötung unschuldiger Menschen verstoße gegen die Lehrsätze des Islam, sagt Ruhani laut dem amerikanischen TV-Sender NBC in einem Interview. IS-Videos mit der Enthauptung von zwei US-Bürgern und einem hatten weltweit Entsetzen ausgelöst.
US-Präsident Barack Obama schmiedet eine internationale Allianz im Kampf gegen den IS. Außer Luftangriffen im Irak erwägen die USA auch Militärschläge gegen den IS in Syrien. In einem von dem IS kontrollierten Gebiet im Norden wurde am Donnerstag eine Aufklärungsdrohne gesichtet. Es blieb aber unklar, von wem sie gesteuert wurde.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018