Außenhandelsdefizit mit Kasachstan 2014 kräftig gestiegen

Mit seinem größten Erdöllieferanten Kasachstan verbucht Österreich traditionell ein hohes Außenhandelsdefizit - 2014 hat sich das Passivum auf 1,3 Mrd. Euro kräftig ausgeweitet. Die ohnehin geringen heimischen Exporte in das Land zwischen Südrussland und China sanken laut Wirtschaftskammer Österreich um 12 Prozent auf 257 Mio. Euro, während die Importe um 23 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro zulegten.

"Die größte Unsicherheit heuer betrifft die Währung - wir erwarten einen weiteren Abwertungsschritt", sagte der Handelsdelegierte der Wirtschaftskammer Österreich in Kasachstan, Michael Müller, am Montag vor Journalisten in Wien. Das verteuert naturgemäß die österreichischen Lieferungen dorthin.

Der Tenge habe bereits im Februar 2014 um fast 20 Prozent abgewertet, doch internationale Institute wie Fitch oder die Bank of America gehen von einem weiteren Anpassungsbedarf von 20 bis 30 Prozent aus. "Wir rechnen mit einem überschaubaren Schritt heuer", so Müller. Im Sommer oder Herbst könnte es seiner Einschätzung nach zu einer Abwertung von 10 Prozent kommen, im nächsten Jahr dann zu einer weiteren. Die Abwertung im Vorjahr kam noch vor der Russland-Ukraine-Krise und vor dem Ölpreisverfall.

Die Stimmung in der Wirtschaft ist abwartend. Durch die Unsicherheit in der Währung gebe es eine gewisse Kreditknappheit, berichtete der Handelsdelegierte. Die Kredite für typische Klein- und Mittelbetriebe seien sehr teuer geworden, was einen "enormen Dämpfer" für private Initiativen bedeute.

"2015 werden wir die Auswirkung der Russland-Ukraine-Krise zu spüren bekommen", erwartet Müller. Österreich sei derzeit schwach in Kasachstan investiert - die OMV sei der einzige große Investor und habe dort auch eine eigene Ölförderung. Ansonsten beschränken sich die Aktivitäten heimischer Unternehmen in dem Land auf rund 50 Niederlassungen für Vertrieb, Service und Projekte. "Unsere Büro arbeitet mit etwa 500 österreichischen Unternehmen zusammen", sagte der Wirtschaftsdelegierte, der von Almaty aus auch für Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan zuständig ist. Die Unternehmen sind vor allem im Projektgeschäft aktiv - Andritz Hydro modernisiert derzeit beispielsweise ein Kraftwerk im Süden des Landes.

2017 veranstaltet Kasachstan eine "sogenannte kleine Expo" in der Hauptstadt Astana, die auch einiges an Bauaktivitäten auslöst. Die Entscheidung über eine Österreich-Beteiligung steht laut Müller noch aus. Die Weltausstellung mit dem Thema "Future Energie" biete auf jeden Fall Chancen für Bauzulieferungen. Generell seien in dem Land österreichische Technologien, Planungen und Produkte beispielsweise rund um den Straßenbau sowie Bahnmaschinen gefragt.

Doch: "Das Geschäftsumfeld ist kein einfaches", räumte Müller ein. Ein weiteres Manko neben der Währungsabwertung in Kasachstan ist der "Nachholbedarf bei der Korruptionsbekämpfung".

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte