Aufhebung des Mindestkurs trübt Aussichten der Schweizer Versicherer

Zürich - Die Schweizer Versicherer haben ein einigermaßen erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Die Branche konnte die Prämieneinnahmen erneut steigern. Die Aussichten fallen jedoch wegen dem zu erwartenden Abschwung und der tiefen Zinsen weniger rosig aus.

"Die Schweizer Versicherungen haben schon mehrmals bewiesen, dass sie auf neue Herausforderungen wirkungsvoll reagieren können", sagte Urs Berger, der Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) am Montag anlässlich der Jahresmedienkonferenz in Zürich.

Daher bleibe die Branche auch für das Jahr 2015 grundsätzlich zuversichtlich. Aber die weiter gesunkenen Zinsen und die im Nachgang zur Aufhebung des Mindestkurses nach unten korrigierten Wirtschaftsprognosen trübten die Zukunftsaussichten der Versicherer.

So erwartet Berger im Schadenversicherungsgeschäft - im sogenannten Nichtlebengeschäft - kurzfristig noch keinen Einbruch. Langfristig sei der Geschäftsverlauf der Motorfahrzeug-, Sachschaden-, Unfall- und Krankenversicherungen jedoch eng an die Konjunktur gekoppelt.

Beim Lebengeschäft - dem Pensionskassen- und Lebensversicherungsgeschäft - mache den Versicherern vor allem das tiefe Zinsniveau Sorgen, sagte Berger. So seien Lebensversicherungsprodukte bei tiefen Zinsen für Kunden nur noch mäßig attraktiv.

Die direkten Auswirkungen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses auf die Versicherer halten sich laut Berger dagegen in Grenzen. Die Unternehmen hätten nämlich die Währungsrisiken ihrer Anlagen zum großen Teil abgesichert.

Ohne diese Absicherung hätte die Branche im laufenden Jahr jedoch einen Gewinnrückgang von bis zu 1 Mrd. Franken (1,02 Mrd. Euro) hinnehmen müssen, wie das Beratungsunternehmen EY (vormals Ernst&Young) errechnet hat.

Das Zusammenspiel aus Aufwertung des Frankens, Kursverlust am Schweizer Aktienmarkt und Rückgang der Schweizer Zinssätze infolge der Nationalbank-Entscheidungen habe die Kapitalisierung der Schweizer Versicherer jedoch um bis zu 10 Prozentpunkte gesenkt. Aber auch damit verfüge die Branche noch über "hohe" Kapitalpolster.

Kurzfristig dürften darum selbst die Dividenden nicht in Gefahr sein. Sollte der Schweizer Franken jedoch längere Zeit auf dem gegenwärtigen Niveau verharren, würden das auch Folgen für die Versicherer haben. In einem solchen Fall würden laut EY die Erträge der Versicherer weiter sinken, die Risiken - zum Beispiel auf dem Schweizer Immobilienmarkt - dagegen nähmen zu.

Im vergangenen Jahr haben die Schweizer Versicherer jedoch noch von einer guten Konjunktur profitiert. Die Branche konnte das Prämienvolumen erneut steigern, auch wenn die Steigerung geringer ausfiel als noch im Vorjahr.

So ist das gesamte Lebengeschäft laut Hochrechnungen des SVV im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent gewachsen. 2013 war das Prämienvolumen in diesem Versicherungsbereich um 5,4 Prozent angestiegen.

Insbesondere das Wachstum im Pensionskassengeschäft war nach 7,9 Prozent im Vorjahr mit nur noch 1,0 Prozent 2014 deutlich tiefer. Dafür haben die Prämieneinnahmen mit den Lebensversicherungen nach teilweise rückläufigen Wachstumsraten in den letzten Jahren wieder zugenommen.

Bei den Schadenversicherungen schätzt der Verband das Wachstum auf 1 Prozent gegenüber 1,6 Prozent im Vorjahr. In einem stark umkämpften Markt zeuge dies von einer nach wie vor soliden Entwicklung, heißt es in der Mitteilung des SVV dazu. Auf der Ausgabenseite haben die Versicherer davon profitiert, dass 2014 teure Unwetterschäden ausgeblieben sind.

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