Auch Volkswagen reagiert auf Absatzkrise in Russland

Wolfsburg/Hamburg - VW fährt als Konsequenz aus dem Absatzrückgang in Russland die Produktion in seinem Werk in Kaluga zurück und baut Personal ab. Nachdem die Bänder in den vergangenen Monaten bereits einige Male angehalten worden waren, soll die Produktion vom 4. Mai an von einem Dreischicht-Betrieb auf zwei Schichten umgestellt werden, teilte Europas größter Autokonzern am Montag mit.

Zudem schickt VW die Belegschaft dann für acht Werktage in Zwangsurlaub. Der Betrieb ruht darüber hinaus in den kommenden Monaten an Freitagen. Außerdem verringert VW das Personal: Die Verträge von 150 befristet beschäftigten Mitarbeitern werden nicht verlängert. Weiteres Personal soll mit Abfindungen gehen. Eine Zahl nannte der Autobauer nicht.

Die Reaktion von Volkswagen auf die Probleme in Russland fällt weniger drastisch aus als beim Konkurrenten Opel. Die Rüsselsheimer GM-Tochter hatte vergangene Woche angekündigt, sich bis Jahresende komplett aus in dem von den Sanktionen des Westens gezeichneten Land zurückzuziehen. Der russische Automobilmarkt befindet sich seit Monaten im freien Fall. Im Februar waren die Verkäufe um 38 Prozent geschrumpft. Die Autobauer haben die Preise drastisch erhöht, um den Verfall der russischen Währung auszugleichen. Das führt dazu, dass Neuwagen für viele Russen unerschwinglich geworden sind.

Experten erwarten, dass weitere Hersteller ihre Produktion verringern werden. Auch Werksschließungen nach dem Beispiel von Opel werden in der Branche nicht ausgeschlossen. VW betont dagegen, an den Investitionsplänen in Russland werde nicht gerüttelt. Man glaube weiter an die langfristigen Chancen des dortigen Marktes. In Kaluga rund 200 Kilometer südwestlich von Moskau baut VW die Modelle Polo, Tiguan und Skoda Rapid. In dem Werk arbeiteten zuletzt 5.300 Menschen.

Düsseldorf/Göteborg (APA/Reuters) - Der Autobauer Volvo Cars, der nach einem Gewinnsprung im Quartal weiter auf Rekordkurs ist, will durch Produktionsverlagerung US-Zölle auf Importe aus China umgehen. Der SUV XC60 für den US-Markt werde künftig in Europa und nicht mehr in China gefertigt, sagte Firmenchef Hakan Samuelsson am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Verlagerung habe bereits begonnen.
 

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Autobauer Volvo verlagert wegen US-Zöllen SUV-Produktion nach Europa

Brüssel (APA) - EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hat im Rahmen einer Veranstaltung über den Marshall-Plan die Bedeutung der Zusammenarbeit im Handel mit den USA beschworen. "Wir stehen heute an einer Wegkreuzung für den offenen globalen Handel." Sie hoffe, die USA werden mit der EU das Vertrauen in das multilaterale Handelssystem wieder aufbauen.
 

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Strafzölle - Malmström beschwört Zusammenarbeit im Handel

Berlin (APA/Reuters) - Das Münchner Ifo-Institut kritisiert die neuen EU-Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte als kontraproduktiv. "Sie richten mehr Schaden an als Nutzen", erklärte Ifo-Außenwirtschaftschef Gabriel Felbermayr am Donnerstag. "Die Schutzzölle sind keineswegs Ausdruck ökonomischer Vernunft, sondern der Lobbystärke der Stahlbranche."
 

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Ifo-Institut kritisiert EU-Schutzzölle - "Mehr Schaden als Nutzen"