Auch Liechtensteins Aufsicht stößt sich an Valartis-Österreich-Deal

Wien/Vaduz - Wie in Österreich stößt sich auch in Liechtenstein die Finanzaufsicht an einem früheren Eigentümerwechsel bei der Valartis Bank (Austria). Schon der Wiener FMA hat die Transaktion voriges Jahr missfallen, nun wurde ein weiteres aufsichtsrechtliches Überprüfungsverfahren in Vaduz bekannt. Bestätigung fand dies auch durch den neuen Valartis-Jahresbericht 2014.

Valartis Austria, die frühere Anglo Irish Bank, war 2008 unter das Dach der Schweizer Valartis gekommen, ein auf Vermögende spezialisiertes Private-Banking-Haus. Mitte 2014 begannen die Schweizer, die Gruppe umzubauen, wobei die Wiener Valartis Bank mit rund 100 Mitarbeitern, bis dahin Tochter der Schweizer, in die Liechtensteiner Valartis Finance Holding AG eingebracht wurde, laut "Firmen Compass" über eine zwischengeschaltete Valartis (Austria) GmbH.

Diese Transaktion missfiel der Finanzmarktaufsicht (FMA) in Wien, hatte der "Kurier" Ende April berichtet. Denn für die Übernahme soll die Wiener Valartis ihrer Liechtensteiner Käuferin einen 60-Mio.-Euro-Kredit gewährt haben. Das, so der Bericht, widerspreche österreichischem Recht.

Ein Sprecher der Vaduzer Finanzmarktaufsicht (FMA) bestätigte am Dienstag laut Schweizer Nachrichtenagentur SDA Angaben des Branchenblogs "Inside Paradeplatz": Es laufe ein Verfahren gegen die Valartis Bank (Liechtenstein) AG, hieß es. Die in der Schweiz ansässige Valartis Group AG untersteht nicht der Vaduzer Aufsicht, die zu laufenden Verfahren aber keine weiteren Auskünfte gibt. Neben dem früheren Eigentümerwechsel soll es auch um die seit Feber in Liechtenstein verschärften Kapitalvorschriften und mehr Risikokontrollen gelten; der Regulator gehe "der Qualifikation der gruppeninternen Finanzierungen" nach, so der Branchenblog. Beide Aufsichten würden Gesellschaften und Personen der Gruppe überprüfen.

Dem Verfahren unterstehen "Gesellschaften und Personen" der Gruppe, ist dazu dem Valartis-Geschäftsbericht 2014 zu entnehmen. "Sollten eines oder mehrere dieser laufenden Verfahren einen negativen Ausgang haben, könnte dies einen wesentlichen Einfluss auf die Gruppenstruktur und Finanzlage der Valartis Gruppe haben", heißt es im Geschäftsbericht weiter.

Die Valartis-Gruppe hatte 2014 wegen hoher Wertanpassungen und einem deutlich tieferen Zinsergebnis einen Verlust von gut 73 Mio. Franken (70,17 Mio. Euro) ausweisen müssen. Im laufenden Jahr will das Unternehmen Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragslage beschließen.

Dem Österreich-Ableger von Valartis soll, wie der "Kurier" berichtete, ein Käufer eine neue Zukunft geben. Dem Vernehmen nach würden erste Verhandlungen bereits geführt, so die Zeitung. Neben der Privatbank Semper Constantia und der Wiener Privatbank sei auch die Hypo NÖ dabei - diese erklärte aber umgehend, es gebe keine Gespräche. Besonders locken könnte Käufer angeblich ein Immobilien-Juwel von Valartis Austria in der Rathausstraße 20 in der Wiener Innenstadt im geschätzten Wert von bis zu 20 Mio. Euro. Valartis Austria selbst wollte zu den Verkaufsspekulationen zur Zeitung keine Stellung nehmen. Die Vorstände seien einzig für die Vermögensverwaltung zuständig, nicht aber für strategische Fragen der Bank.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte