AUA übernimmt gemietete Air-Berlin-Jets selber - Neue Pilotenjobs

Wien/Berlin/Schwechat (APA) - Fünf Airbusse (A320) hat die österreichische Lufthansa-Tochter AUA (Austrian Airlines) samt Besatzungen von der mittlerweile insolventen Air Berlin geleast. Nun nutzt die AUA die Option, diese Maschinen zu übernehmen. Zwei der fünf A320 werden von der AUA mittlerweile gehalten, haben ein österreichisches Luftverkehrsbetreiberzeugnis/AOC.

Bald sollen es auch die restlichen drei sein. Diese Flugzeuge werden bei der AUA auf hochfrequentierten Europa-Strecken eingesetzt. Sie sind Teil von insgesamt 38 Airbus-Mittelstreckenflugzeugen, die die AUA-Mutter Lufthansa schon länger von Air Berlin angemietet und mittlerweile großteils auch gekauft hat. Für die AUA heißt das jetzt, dass das einstige Komplettpaket - also ein sogenannter Wet-Lease-Vertrag mit Air Berlin (Jets mit Personal) - in einen Dry-Lease-Leasingvertrag (nur Maschinen) mit der Lufthansa übergeht.

Offen ist, wer sich auf diese Maschinen bewirbt: also Crews von AUA, Air Berlin oder Niki. Eine "automatisierte" Übernahme der Air-Berlin-Leute gibt es nicht, sagte AUA-Chef Kay Kratky am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz.

Jedenfalls sucht die AUA für diese Flugzeuge derzeit schon zusätzlich rund 100 Piloten. Vom Erfolg dieses Recruitings werde es unter anderem abhängen, ob die AUA die Maschinen langfristig betreiben wird können, hieß es heute. Die AUA betreibt heute insgesamt 84 Flugzeuge.

In Kürze wird die Lufthansa die Übernahme der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki bei den Kartellbehörden anmelden. Kratky erwartet, dass bis Ende des Jahres alles geklärt ist und die endgültige Beurteilung der Wettbewerbsbehörden vorliegt. Bis dahin heißt es Warten. Ob zu harte Auflagen den Deal und damit die Rettung von Niki doch noch kippen könnten? Das konnte Kratky heute noch nicht beantworten, "aber wir hoffen natürlich, dass unser Vorschlag Akzeptanz findet. Wir haben versucht, ein Komplettangebot an Air Berlin abzugeben, in dem alles berücksichtigt ist."

Die schon seit längerem anhaltende höhere Nachfrage nach Flügen aus dem bisherigen Air-Berlin-Streckennetz wird der AUA wohl auch im traditionell schwachen vierten Quartal mehr Geschäft bringen. Air Berlin gibt ab Samstag den Flugbetrieb auf. Lufthansa und AUA setzen schon im Vorfeld auf Deutschlandstrecken größere Flugzeuge ein. Wieviele Neubuchungen es wegen des Air-Berlin-Ausfalls jetzt gibt, nannte Kratky nicht, er sprach insgesamt von positiven Signalen für das vierte Quartal.

Die Lufthansa hat heute berichtet, dass die Lücken in den Flugplänen nach dem Aus für Air Berlin nicht so schnell zu schließen sein werden. Den Wegfall von Kapazitäten durch das Air-Berlin-Aus sieht man in der AUA eher als kurzfristiges Phänomen, es herrsche weiter starker Wettbewerb. Damit sollten die Ticketpreise aus diesem Grund nicht nachhaltig steigen, so der AUA-Vorstand.

Kratky geht heuer für die AUA von einem Passagierrekord von mehr als 12 Millionen Fluggästen aus. Nach den rund 100 Millionen Euro Betriebsgewinn nach neun Monaten werde das Ergebnis auch im Gesamtjahr 2017 "wahrscheinlich eines der besseren Ergebnisse in der Geschichte der AUA" werden. Sofern keine externen Belastungsfaktoren eintreten, hofft man für die nächsten Jahre auch nachhaltig über 100 Millionen Gewinn einzufliegen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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