AUA bläst mit neuem Billigtarif zum Angriff auf Ryanair und Co

Die Austrian Airlines (AUA) und der gesamte Lufthansa-Konzern greifen die Billigkonkurrenz in Europa nun direkt an. Ab September soll es einen neuen Tarif ohne Freigepäck geben. Der Preis in der Buchungsklasse "Light" soll rund zehn Prozent unter den bisherigen "redtickets" liegen, sagte AUA-Vertriebsvorstand Andreas Otto am Donnerstag bei einem Pressegespräch. "Redtickets" gibt es ab 99 Euro.

Die AUA spricht von einem "neuen Tarif für Schnäppchenjäger", die Passagiere bekämen mehr Wahlfreiheit und könnten Zusatzleistungen wie Lounge-Zutritt, Gourmet-Essen oder eben einen Koffer dazu buchen. Die Economy Class wird in drei Tarifklassen aufgesplittet: Die Passagiere müssen sich auf Flügen innerhalb Europas dann für "Light", "Classic" oder "Flex" entscheiden. Der Verkauf soll im Sommer starten. "Redtickets" soll es mit dem Start von "Light" nicht mehr geben.

Laut Otto haben sich die Reisegewohnheiten geändert: "Heute fliegt ein Drittel unserer Fluggäste innerhalb Europas nur mit Handgepäck. Sie zahlen derzeit also für eine Leistung, die sie eigentlich gar nicht brauchen", so der Vorstand. Nicht betroffen von der Änderung sind die Urlaubsflüge unter der Marke "Austrian myHoliday" und interkontinentale Routen.

AUA, Swiss und Lufthansa folgen mit dem neuen Tarifmodell einem Trend in Europa. Billigflieger wie Ryanair und EasyJet verlangen für aufgegebene Koffer und andere Services schon seit vielen Jahren Extragebühren. Sie liegen damit bei Flugsuchmaschinen im Internet beim reinen Flugpreis meist vor den Linienfluggesellschaften wie AUA, Lufthansa, British Airways oder Air France-KLM. Air Berlin und Niki krempeln deshalb derzeit ebenfalls ihr Tarifkonzept um, ab Mai gibt es einen neuen Oneway-Tarif "JustFly" ohne Freigepäck.

Auch innerhalb des Lufthansa-Konzerns gibt es bei Germanwings und Brussels bereits Tarife, bei denen das Gepäckstück extra kostet. Das neue gruppenweite Tarifmodell sei eine Ergänzung zur Low-Cost-Strategie der Lufthansa um Eurowings und Germanwings, sagte Otto. AUA, Swiss und Lufthansa wollen so Marktanteile wieder zurückgewinnen. "Billigflieger sind zuletzt viel stärker gewachsen als wir", gestand Otto ein. Am Flughafen Wien sei der Marktanteil der AUA unter 50 Prozent gesunken.

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) halten das neue Tarifkonzept für in Ordnung, solange Tickets mit Gepäck dadurch nicht teurer werden. Wichtig sei, dass die Passagiere informiert werden, was sie buchen und was wie viel kostet. Die Flugsuchmaschine Checkfelix, die so wie swoodoo zu Kayak gehört, hat bereits reagiert. Bei der Anzeige der Suchergebnisse kann beim Preisvergleich bereits angegeben werden, ob und wie viele Gepäckstücke man buchen möchte. "Wir beobachten den Trend schon länger, das Feature gibt es seit ungefähr einem halben Jahr", sagte Checkfelix-Pressesprecher Thomas Stadler zur APA.

Ob Fliegen nun teurer oder günstiger wird, sagt die AUA nicht. Preislisten mit fixen Tarifen gibt es in der Flugbranche schon lange nicht mehr. Wie viel ein Flug kostet, hängt davon ab, wie viele Buchungen schon vorliegen und wie Angebot und Nachfrage zusammenspielen. Laut Otto wird es pro Flug eine begrenzte Anzahl an "Light"-Tickets geben, es könne also auch sein, dass der günstigste Tarif schon ausverkauft ist.

Wie viel ein aufgebenes Gepäckstück bei "Light" kosten wird, ist noch nicht bekannt, die Details sollen im Juli präsentiert werden. Im alten Tarifkonzept der AUA kostet ein Zusatz-Koffer innerhalb Europas für Hin- und Rückflug 75 Euro. Die Koffer-Gebühr für den "Light"-Tarif werde sich aber nicht daran orientieren, betonte die AUA. Zum Vergleich: Bei Ryanair kostet ein aufgegebenes Gepäckstück bei Kauf auf der Webseite pro Flug zwischen 15 und 45 Euro, wer erst am Flughafen entscheidet, zahlt bis zu 75 Euro.

Vorerst betrifft das neue Tarifmodell nur Flüge innerhalb Europas. "Wir gucken uns das aber auch der Langstrecke an", so Otto.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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