AT&T-Manager: Autonomes Fahren braucht gesellschaftliche Akzeptanz

Der radikale Wandel der Industriegesellschaft bringt auch das fahrerlose Auto mit sich. Einer der renommiertesten US-Experten für das Zukunftsthema glaubt aber nicht, dass es ohne gesellschaftliche Akzeptanz geht. Auch Reservesysteme bleiben dabei wichtig.

Autos ohne Fahrer werden nach Ansicht des US-Managers Chris Penrose ab Mitte 2020 sukzessive zum Alltag gehören. "Die größte Herausforderung beim autonomen Fahren sind die anderen Autos, die nicht automatisch fahren", sagte der beim nordamerikanischen Telekommunikationskonzern AT&T zuständige Beauftragte für das Zukunftsthema Industrie 4.0. Chris Penrose. Den Anfang dürften Autobahnen oder Parkhäuser machen: "Es wird aber noch Jahre dauern bis zum flächendeckenden vollautonomen Fahren, da werden noch viele rechtliche Hürden beseitigt werden müssen."

Zudem gelte es psychologische Effekte zu berücksichtigen, sagte der Amerikaner, der international als einer der renommiertesten Experten zur Industrie 4.0 gilt. "Die Technologie ist da, aber sie muss von der Gesellschaft auch akzeptiert werden." Wichtig dürften daher Reservesysteme werden, die in letzter Konsequenz menschliches Eingreifen ermöglichen könnten. AT&T ist als einer der großen Treiber beim Zukunftsthema Industrie 4.0 erstmals auf der Hannover Messe mit dem diesjährigen Partnerland USA vertreten. Der Konzern mit gut 280.000 Mitarbeitern war lange die weltgrößte Telefongesellschaft und gilt heute als einer der bedeutendsten Telekommunikationskonzerne.

Bei der Umsetzung der zunehmend vernetzten Industrie sieht Penrose auf beiden Seiten des Atlantiks viele Unternehmen noch in einer Art Entdeckerphase. "Wir stehen erst am Anfang bei dieser Reise. Heute zeichnen sich aber bereits die ersten Standards ab, und das ist gut", sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Hannover Messe. Immer mehr Industrieunternehmen stellten sich die Frage, wie sie ihre Betriebe umwandeln könnten. Die Hannover Messe wertete er vor diesem Hintergrund als eine Art Jahrmarkt für das, was bereits möglich ist. Großen Bedarf sieht er auch bei Fragen der digitalen Weiterbildung.

Sein eigenes Unternehmen habe bereits einen radikalen Wandel hinter sich, investiere aber weiterhin eine Menge in die Weiterbildung. "Wir haben uns von der größten Telefongesellschaft zu einem Softwareunternehmen entwickelt; das ist ein massiver Wandel, bei dem wir die Mitarbeiter mitnehmen mussten."

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