Arbeitszeit: AK-Präsidentin Anderl kritisiert "respektloses" Vorgehen

Wien (APA) - Die Arbeiterkammer übt heftige Kritik an der von der Regierung geplanten rascheren Einführung der neuen Arbeitszeitregeln ab 1. September. "Das 12-Stunden-Tag-Gesetz ist eine Husch-Pfusch-Aktion und es wird auch nicht besser, wenn es überfallsartig einführt wird", erklärte AK-Präsidentin Renate Anderl.

"Diese Vorgehensweise ist respektlos gegenüber dem Parlament und gegenüber den Arbeitnehmern, die nach den Sommerferien gleich den 12-Stunden-Tag bekommen", so Anderl. Unterstützung bekam die neue AK-Chefin gleich von mehreren Landespräsidenten der Arbeitnehmervertretung. Die Sozialistische Jugend protestierte mit der Darstellung eines Begräbnisses vor der Wirtschaftskammer gegen die Einführung der Höchstarbeitszeit von 12 Stunden täglich. So werde die "neue Welt der Arbeit" aussehen, wenn Unfall- und Infarktrisiko nach 12-Stunden-Schichten ansteigen.

Die Parteizentralen von ÖVP und FPÖ protestierten unterdessen gegen eine Pflasterstein-Aktion, für die die Koalitionsparteien ÖGB und SPÖ verantwortlich machten. Laut ÖVP und FPÖ wurden in der Nacht auf Donnerstag vor Privatadressen von ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten Plakate, Pflastersteine und Grablichter platziert.

"Das ist eine nie da gewesene Eskalation und geht eindeutig zu weit", meinte ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer dazu. Der ÖVP-Politiker forderte zu einem Abrüsten der Taten und Worte auf. "Abgeordnete mit Gewalt zu bedrohen, ist indiskutabel und eine beispiellose Grenzüberschreitung", monierte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. "Kern und Katzian säen Hass und verunsichern. Lassen Sie uns demokratisch und emotional über Inhalte diskutieren, aber Drohungen haben in Österreich nichts verloren", so Hafenecker.

Die Pflastersteine sind vom ÖGB freilich nicht als Bedrohung, sondern als Anschauungsmaterial für die Belastungen durch die neuen Arbeitszeitbedingungen gedacht. Ein Pflasterstein wurde beim jüngsten ÖGB-Kongress vom Gewerkschaftsvertreter Willi Mernyi am Rednerpult platziert, um zu verdeutlichen, dass der in Wien lebende Pflasterer Günther statt 3.500 Kilogramm in 8 Stunden nach der Einführung der neuen Arbeitszeitregeln künftig bei 4 Stunden Mehrarbeit am Tag bis zu 1.800 Kilo mehr an Pflastersteinen über sein Kreuz bringen muss.

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