Arbeitszeit - Wöginger und Gudenus: Gesetze sind einzuhalten

Wien (APA) - In der wieder aufgeflammten Debatte um die Auswirkungen der ab September geltenden neuen Arbeitszeitregelung mit Anhebung der täglichen Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden kommt von ÖVP-Klubobmann August Wöginger und Johann Gudenus, gf. Klubobmann der FPÖ, eine gemeinsame Stellungnahme: Gesetze seien einzuhalten, die Arbeiterkammer solle aber nicht die ganze Wirtschaft unter Generalverdacht stellen.

"Wenn Unternehmen gegen das Gesetz verstoßen ist natürlich mit Sanktionen zu rechnen. Wir als Gesetzgeber sind gefordert, dass die Gesetze auch eingehalten werden. Hier gibt es null Toleranz", heißt es in der von den Klubchefs akkordierten Stellungnahme gegenüber der APA. "Gleichzeitig soll die Arbeiterkammer aber aufhören, die gesamte Wirtschaft unter Generalverdacht und an den Pranger zu stellen, denn es gibt viele tüchtige Unternehmer, die sich penibel an alle Auflagen halten und im besten Einvernehmen mit ihrer Belegschaft agieren."

Auf den konkreten Fall, von dem die Arbeiterkammer berichtet, gehen die beiden Politiker in der Stellungnahme nicht ein. Laut AK wurde Beschäftigten in Wien eine neue Gleitzeitvereinbarung zur Unterschrift vorgelegt, wonach aus bisherigen Überstunden normale zuschlagsfreie Stunden werden, die nur als Gleitzeit freigenommen werden können. Überstundenzuschläge soll es nur noch nach Überschreiten von 12 Arbeitsstunden am Tag geben.

Wirtschaftskammer-Experte Wolfgang Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), verweist in einer Reaktion darauf, dass im konkret diskutierten Fall eines österreichischen Unternehmens eine abschließende Beurteilung nur schwer möglich sei, da nur einzelne Fragmente der geplanten Vereinbarung in den Medien berichtet worden seien. Gleitsmann fordert eine Rückkehr zur Sachlichkeit in der Debatte und "eine Beurteilung auf Basis der Fakten und nicht aufgrund von singulär herausgegriffenen Vertragspassagen und Mutmaßungen", wie er in einer Aussendung erklärt.

Ganz generell biete "Gleitzeit Vorteile für Beschäftigte und Betriebe", betont er. "Die neue Regelung ist ausgewogen und für beide Seiten positiv." Die Vorteile der Gleitzeit für Arbeitnehmer bestünden darin, dass sie Arbeitsbeginn und Arbeitsende grundsätzlich selbst flexibel gestalten können. Die Neuregelung ab 1. September sehe für Gleitzeitvereinbarungen vor, dass Arbeitnehmer Plusstunden leichter als Gleittag konsumieren können. Auch ein verlängertes Wochenende werde nun einfacher möglich sein. "Die beschlossene Arbeitszeitflexibilisierung bietet Freiräume, die den Wirtschaftsstandort stärken und Arbeitsplätze sichern. Wir dürfen das nicht schlechtreden", so Gleitsmann abschließend.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte