Arbeitsmarktgipfel verschoben - Leitl fordert Investitionsförderung

Der für Anfang Juni angekündigte Arbeitsmarktgipfel der Regierung wurde verschoben. Ein neuer Termin steht noch nicht fest, ist aber vor dem Sommer geplant, "spätestens im Juli", hieß es am Mittwoch auf Anfrage der APA im Sozialministerium. Die Zeit für die Vorbereitung habe nicht ausgereicht. Der Gipfel war Anfang Mai als Reaktion auf die steigende Arbeitslosigkeit angekündigt worden.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl hob am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz über Gründungsfinanzierungen die positiven Aspekte am Arbeitsmarkt hervor. Auch wenn die Arbeitslosigkeit gestiegen sei, seien 80.000 neue Jobs geschaffen worden. Gewerkschaft und Arbeiterkammer würden darauf verweisen, dass 150.000 neue Arbeitsplätze nötig gewesen wären, um die Arbeitslosigkeit stabil zu halten: "Diese Differenz wäre zu schaffen gewesen, wenn wir in den letzten drei Jahren je ein Prozent mehr Wachstum geschafft hätten", so Leitl dazu.

Nun seien Investitionen nötig, um Wachstum und Beschäftigung anzukurbeln. Die angekündigte Steuerreform habe hingegen die Stimmung in der Wirtschaft "nicht verbessert", vermerkte Leitl, und erinnerte daran, dass die Kammer noch um Unterstützung für einige Veränderungen kämpfe. Vor der Beschlussfassung im Parlament sei grundsätzlich alles veränderbar. Auf Details wollte er aber nicht eingehen. Die negative Stimmung habe sich auch bei den Landtagswahlen am vorigen Wochenende niedergeschlagen, meint Leitl.

Leitl schlägt vor, dass jeder, der sich an einem Startup beteiligt, bis zu 50.000 Euro über fünf Jahre (je 10.000 Euro) abschreiben können soll. Statt Förderungen sollte der Staat mehr Garantien geben - da sei ein Hebel von 1:50 möglich. Auch erinnerte Leitl an seine Vorschläge vom März zur Förderung von Investitionen: Die Investitionszuwachsprämie würde nach Kammerberechnung 150 Mio. Euro kosten, aber im Budget über zusätzliche Steuereinnahmen 270 Mio. Euro Mehreinnahmen generieren. Die Schwelle für sofort abschreibbare geringwertige Wirtschaftsgüter solle von derzeit 400 Euro auf 1.000 Euro erhöht werden. Das würde den Staat überhaupt nur Liquidität kosten und wäre "wahnsinnig viel Anreiz". Sicherheitshalber könnte man das auch auf ein Jahr befristet einführen und dann bewerten.

Das Motto müsse sein: "Absandeln sollte vorbei sein. Hinaufkraxeln ist das Gebot der Stunde." Wenn sich Österreich daran halte, könne man in den Rankings bald wieder zu den Besten gehören.

Überraschend zog Leitl ein positives Resümee des Ende Mai veröffentlichten IMD-Rankings, in dem Österreich seit 2007 zurückfällt, zuletzt auf Rang 26. Denn die Betriebe lägen mit ihren Kriterien durchwegs unter den Top 10. "Wir sind Spitze in der Wirtschaft, was uns hinunterzieht ist der öffentliche Bereich", so Leitl. Die Firmen müssten diese Spitzenstellung halten, "so kommen wir in Summe auf ein durchschnittliches Ergebnis. Ganz schlecht sei es aber, das IMD-Ranking nun als unwissenschaftlich zu brandmarken, nur weil das Ergebnis nicht ins Konzept passe.

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London