Arbeitsmarktgipfel -IV-Neumayer will Lohnkostensenkung für Konjunktur

Wien - Vom Arbeitsmarktgipfel am Freitag dieser Woche erhofft sich Industriellen-Generalsekretär Christoph Neumayer eine Entlastung der Unternehmen bei den Arbeitszusatzkosten als konjunkturbelebende Maßnahme. Die Entlastung könne auch in Schritten kommen, müsse aber so groß sein, dass sie "nicht mit der Lupe zu suchen" sei, sagte Neumayer am Dienstag vor Journalisten.

Der IV-Generalsekretär verwies auf die von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) Mitte Oktober in seiner Budgetrede avisierte Lohnnebenkostensenkung im Ausmaß von 1,3 Mrd. Euro und meinte, "wir gehen davon aus, dass ein Teil davon beim Gipfel kommt". Es müsse "endlich wieder eine nachvollziehbare Entlastung" geben, so Neumayer. Nötig sei diese als Signal, um die Stimmung der heimischen produzierenden Industrie wieder zum Besseren drehen zu lassen.

Es gelte jetzt, "Richtung Wachstum und Arbeitsmarkt aktiv" zu werden, "wir haben es selbst in der Hand". Denn Österreichs Konjunktur dümple weiter vor sich hin, es stehe das fünfte Jahr der Stagnation vor der Tür", sagte Neumayer bei der Präsentation des IV-Konjunkturbarometers für das 3. Quartal.

Grund für das konjunkturelle Zurückbleiben Österreichs seien "unzureichende strukturelle Reformfortschritte", die weiterhin zur Erosion der heimischen Wettbewerbsfähigkeit beitragen würden. Auch "eine Reihe vertrauensschädigender fiskalpolitischer Maßnahmen", die das Vertrauen unterminiert haben", würden noch nachwirken und zu einer hartnäckigen Investitionszurückhaltung führen, weil an der Verlässlichkeit des Standortes Österreich gezweifelt werde. Das habe einen Nachfrageausfall zur Folge und trübe die mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten: "Die Stagnation nährt sich inzwischen selbst."

IV-Chefökonom Christian Helmenstein sprach zum jüngsten Konjunkturbarometer von einer "Trendumkehr nach unten". "Die Investitionskrise lässt sich derzeit nicht auflösen, weil die Auslastungs- und Gewinnprognosen zu schwach sind" und die Regierung nicht gegensteuere. Im ersten Halbjahr seien die Investitionen die schwächste aller Nachfragekomponenten gewesen. Ob die BIP-Prognosen von Wifo und IHS für 2016 über 1,4 bzw. 1,6 Prozent Realwachstum halten können, bezweifelt Helmenstein stark. Es gebe aber noch die "Chance auf einen Einser vor dem Komma".

Paris (APA/AFP) - Die L'Oreal-Erbin Liliane Bettencourt ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilte am Donnerstag die Tochter der Multi-Milliardärin mit, deren Finanzaffären jahrelang Frankreich und die Anhänger des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy in Atem gehalten hatten. Bettencourt starb demnach "friedlich" zu Hause.
 

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L'Oreal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist tot

London (APA/AFP) - Vor einer Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May zum Brexit hat die EU den Druck auf London erhöht. Er halte eine rasche Einigung über den Rückzug Großbritanniens aus der Europäischen Union noch für möglich, sagte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Donnerstag in Rom. Dafür müsse London aber "ab nächster Woche" konkrete Vorschläge vorlegen.
 

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EU erhöht Druck auf London vor nächster Brexit-Verhandlungsrunde

Washington (APA/AFP) - Mercedes weitet seine Produktion in den USA deutlich aus. Zusätzlich eine Mrd. Dollar (832,85 Mio. Euro) soll in den Standort im Südstaat Alabama investiert werden, teilte der Autobauer am Donnerstag anlässlich der Feier zum 20. Jahrestag des Produktionsbeginns in dem Werk in Tuscaloosa mit. Das Werk wird unter anderem auch vom heimischen Stahl- und Technologiekonzern voestalpine beliefert.
 

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Mercedes investiert eine Milliarde Dollar in US-Standort