Arbeitsmarkt - Weiterbildungsbranche spürt AMS-Sparkurs

Die Sparmaßnahmen des Arbeitsmarktservice (AMS) bei Schulungen und Kursen sind in der Weiterbildungs-Branche spürbar und ein entsprechend großes Thema. Das erklärte heute, Dienstag, die Sprecherin der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB), Alice Fleischer, bei einer Studienpräsentation in Wien. Die Unternehmen würden Weiterbildung aber weiter als strategische Investition sehen.

Das Volumen des Weiterbildungs-Marktes in Österreich belaufe sich auf etwa 2,4 Milliarden Euro jährlich, so die Bildungsexpertin des WIFI Österreich. Diese Kosten tragen zu etwa 40 Prozent Unternehmen. Privatpersonen kommen für etwa 30 Prozent dieser Summe. Aus dem staatlichen Bereich kommen in etwa restlichen 30 Prozent, wobei zwei Drittel davon vom AMS kommen. Angesichts dieser Größenordnung sei es nicht unerheblich, wenn das AMS umschichte, so die Sprecherin der Plattform, deren Mitglieder etwas weniger als ein Drittel des Gesamtumsatzes der Branche auf sich vereinen. Es handle sich um "kein gutes Signal", so Fleischer, die sich erhofft, dass von öffentlicher Seite etwa mit einem Ausbau von Bildungsscheck-Angeboten oder steuerlicher Anreize gegengesteuert werde.

Die Unternehmen selbst würden Weiterbildung großteils als strategisches Investment sehen, so das Ergebnis der Studie im Auftrag von PbEB. Die einschlägigen Firmen-Budgets bleiben laut der unter 500 Personalverantwortlichen in österreichischen Unternehmen durchgeführten Umfrage konstant. Lediglich 9 Prozent der Unternehmen wollen in dem Bereich sparen, 15 Prozent wollen sogar aufstocken. Gebe es mehr öffentliche Förderungen, würden mehr als zwei Drittel der Firmen auch mehr investieren, hieß es.

Veränderungen zeigen sich in der heurigen Ausgabe, der seit 2007 in dieser Form durchgeführten Erhebung, hinsichtlich der Weiterbildungsbereiche von denen sich Unternehmen den größten Konkurrenzvorsprung erwarten: Lagen in der Studie für das Jahr 2014 noch Maßnahmen im Bereich "Technik und Produktion" an erster Stelle, setzen die Firmen heuer stärker auf Weiterbildung in "Verkaufstraining und Marketing". Ob der schwierigen Auftragslage, unter der viele Unternehmen leiden, sei es nicht überraschend, dass diese nun versuchen, den Verkauf anzukurbeln, erklärte Fleischer.

Es zeige sich auch, dass "Hard-Fact-Themen", wie Wissensvermittlung in Recht, Betriebswirtschaft, Rechnungswesen und IT zunehmend vorangetrieben würden, während Fortbildung im Bereich Persönlichkeitsentwicklung zwar noch sehr präsent, aber im Abnehmen sei. Auch das könne laut Fleischer auf die Wirtschaftskrise zurückgeführt werden.

(S E R V I C E - Die Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB) hält am 10. Juni den "Tag der Weiterbildung" ab. Programm: www.tag-der-weiterbildung.at)

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte