Anteil der "faulen Kredite" ging 2017 in EU auf 4,4 Prozent zurück

Brüssel (APA) - Der Anteil der "faulen Kredite" (non performing loans - NPL, Anm.) ist im dritten Quartal 2017 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 in der EU weiter zurückgegangen. Mit 4,4 Prozent wurde im EU-Durchschnitt ein Tiefstwert der vergangenen Jahre erreicht, allerdings gibt es gravierende Unterschiede zwischen den Staaten. Griechenland ist mit 46,7 Prozent weiterhin unrühmlicher Spitzenreiter.

Das schwer verschuldete Euroland kann seine faulen Kredite nur langsam abbauen. Im Jahresabstand der dritten Quartale 2016 und 2017 lediglich von 47,4 auf nunmehr 46,7 Prozent. Ebenfalls weiterhin hoch liegt Zypern, das aber in diesem Zeitraum eine Verbesserung von 36,8 auf 32,1 Prozent erreichen konnte. Mit Respektabstand liegt Portugal mit 14,6 Prozent fauler Kredite auf Rang drei - ein Jahr zuvor waren es noch 17,7 Prozent gewesen.

Italien konnte sich im Vergleich der dritten Quartale 2016 und 2017 am deutlichsten verbessern - von 16,1 auf 12,1 Prozent. Auch Irland gelang es, seine NPL-Rate von 14,4 auf 11,2 Prozent zu drücken und Slowenien war mit einer Reduktion von 14,4 auf 10,8 Prozent ebenfalls erfolgreich. Spanien konnte sich von 5,8 auf 4,7 Prozent verbessern.

In der EU hatte die Durchschnitts-Rate im zweiten Quartal 2016 noch 5,6 Prozent betragen. Ein Jahr später waren es nur mehr 4,6 Prozent und im dritten Quartal des Vorjahres gelang ein weiterer Abbau auf 4,4 Prozent. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, betonte am Mittwoch in Brüssel, es müsse eine weitere Beschleunigung bei der Senkung des Anteils fauler Kredite greifen. Die europäische Wirtschaft befinde sich im Aufwind und die EU müsse diese Dynamik nutzen. Deshalb sei es unerlässlich, weitere Risiken im europäischen Bankensektor abzubauen und die Widerstandsfähigkeit der Branche zu stärken. Mit weniger faulen Krediten in ihren Bilanzen könnten die Banken mehr Kredite an Haushalte und Unternehmen vergeben.

Die Kommission stellte einen Vier-Punkte-Maßnahmenkatalog zur Beschleunigung des NPL-Abbaus vor. Zunächst geht es um die Sicherstellung einer ausreichenden Kreditverlustdeckung der Banken für künftige notleidende Kredite. So soll mit einer Änderung der Eigenkapitalverordnung eine gemeinsame Mindestdeckungshöhe eingeführt werden. Dann müsse die außergerichtliche Realisierung von besicherten Krediten beschleunigt werden, um Forderungen aus besicherten Krediten einziehen zu können. Drittens sei es wesentlich, Sekundärmärkte für notleidende Kredite weiter zu entwickeln. Mit einer Harmonisierung der Anforderungen könne ein EU-weiter Binnenmarkt für Kreditdienstleistungen und die Übertragung von Bankkrediten an Dritte entstehen, womit die Entwicklung von Sekundärmärkten für Problemdarlehen gefördert werde. Viertens schließlich sollen nationale Vermögensverwaltungsgesellschaften eingerichtet werden.

Wien (APA) - Die tschechische Sazka-Gruppe hat vom Bankhaus Schellhammer & Schattera Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) übernommen und ihre Beteiligung damit auf 38,29 Prozent aufgestockt. Der seit längerem bekannte Schritt sei formal abgeschlossen, teilte Sazka am Freitagnachmittag mit.
 

Newsticker

Sazka hält nun 38,29 Prozent an Casinos Austria

Wien (APA) - Der "Kurier" nennt Details zum Abschlussbericht der "Soko Meinl" zu den Ermittlungen im Anlageskandal rund um die Meinl European Land (MEL) des Bankers Julius Meinl. "Vorbehaltlich gutachterlicher Feststellungen beträgt dem Verdacht nach der Schaden am effektiven Vermögen der Aktionäre (...) 1,69 Milliarden Euro", heißt es im Abschlussbericht, so "kurier.at" Freitagabend.
 

Newsticker

Causa Meinl European Land - Anlegerschaden von 1,69 Mrd. Euro

London (APA/awp/sda) - Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich im Streit mit der Gewerkschaft SSP/VPOD gelassen. Man habe die Anliegen der Gewerkschaft zur Kenntnis genommen, teilte die Airline am Freitag als Reaktion auf ein Communiqué von deren Seite mit.
 

Newsticker

Easyjet in Streit mit Gewerkschaft gelassen