Andere Notenbanken reagieren bereits auf die EZB

Die für Donnerstag erwartete Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zum groß angelegten Kauf von Staatsanleihen zwingt auch andere Währungshüter zum Handeln. Von der Schweiz über Dänemark bis nach Osteuropa - in diesen Ländern hat die extrem lockere Geldpolitik der EZB schon im Vorfeld für Reaktionen gesorgt:

SCHWEIZ

Die Notenbank SNB hob vorige Woche die Koppelung des Franken an den Euro auf, woraufhin die Schweizer Währung deutlich aufwertete. Mussten bis dahin mindestens 1,20 Franken für einen Euro berappt werden, so sind es jetzt nur noch rund 1 Franken. Um den Kurs gegen den Euro zu verteidigen, hätte die SNB viel Geld in die Hand nehmen und am Devisenmarkt noch stärker eingreifen müssen.

Die plötzliche Aufwertung macht den Exporteuren der Alpenrepublik schwer zu schaffen, deren Waren im Ausland nun teurer werden. Gleichzeitig leidet der Tourismus, da ein Aufenthalt in der Schweiz für viele Ausländer mittlerweile unerschwinglich geworden ist. Gleichzeitig beschloss die SNB, den Strafzins auf Einlagen von Banken bei der Notenbank von 0,25 auf 0,75 Prozent zu erhöhen. Das soll Geld aus dem Ausland abschrecken und den Franken schwächen.

DÄNEMARK

Die dortige Notenbank hat den Leitzins zu Wochenbeginn von 0,20 auf 0,05 Prozent gesenkt - genau auf das Niveau der EZB. Ebenso wie die Zentralbanker in Frankfurt bitten auch die Kollegen in Kopenhagen die Banken zur Kasse, die bei ihr Geld parken. Dieser Schlüsselzins wurde auf minus 0,20 Prozent gesenkt. Dänemark gehört nicht der Eurozone an, hat seine Währung allerdings an den Euro gekoppelt. Die Krone hatte in den vergangenen Monaten innerhalb der möglichen Bandbreite zur Gemeinschaftswährung aufgewertet.

OSTEUROPA

Auch Länder wie Polen geraten indirekt durch die lockere Geldpolitik der EZB unter Druck. Weil der Schweizer Franken massiv aufgewertet hat, befinden sich viele Osteuropäer in einer Bredouille. Denn sie haben sich vor der Finanzkrise wegen günstiger Zinsen in fremden Währungen wie etwa dem Franken verschuldet, um beispielsweise ein Haus zu bauen. Durch die Aufwertung der Schweizer Währung wird die Rückzahlung für sie nun erheblich teurer.

Ungarn hat Banken schon gezwungen, Franken-Kredite zu für sie ungünstigen Wechselkursen in Forint-Darlehen zu tauschen. Kroatien hat seine Landeswährung Kuna für ein Jahr an den Franken gekoppelt und erwägt nun, Franken-Kredite in Kuna-Darlehen umzuwandeln - notfalls zulasten der Banken. In Polen kündigte Notenbank-Gouverneur Marek Belka "außerordentliche" Maßnahmen und eine mögliche Kürzung der Kreditraten an.

TÜRKEI

Vor dem Hintergrund eines wachsenden Drucks aus der Politik senkte auch die türkische Zentralbank in dieser Woche ihren Leitzins. Die Währungshüter kappten den Schlüsselzins von 8,25 auf 7,75 Prozent. Mit scharfen Worten hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan zuvor Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur gefordert: "Unsere Zentralbank bewegt sich nicht, während alle Welt die Zinsen senkt".

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro