AMS sieht offene Fragen im Tourismusteil des Regierungsprogramms

Wien/Innsbruck (APA) - Die neue schwarz-blaue Bundesregierung will die Beschäftigung im Tourismus bei Saisonbetrieben verlängern. Bei den Plänen spielt, wie am Samstag bekanntgeworden war, das AMS eine wichtige Rolle. Für den Tiroler AMS-Chef Anton Kern bleiben dabei aber noch Fragen offen, berichtet die "Tiroler Tageszeitung (TT)" am Donnerstag.

"Initiativen zur Saisonverlängerung sind überlegenswert. Ich lese das (die Pläne im Regierungsübereinkommen, Anm.) aber so, dass auch die Hauptsaison gefördert werden soll und das kann ich nicht ganz nachvollziehen", sagt Kern laut Bericht. Fragen werfe der Start der Nebensaison auf, der mit 1. April definiert wird. Schließlich hätten im April zahlreiche Skigebiete nicht zuletzt aufgrund der Osterferien noch Hochsaison.

"Insgesamt tut man sich schwer, diesen Vorschlag auf Basis des Textes im Regierungsprogramm zu bewerten", so Kern. Auch die Gewerkschaft im besonders tourismusgeprägten Bundesland sieht die geplanten AMS-Zuschüsse laut Zeitung kritisch. "Für mich sieht es wie eine zusätzliche Subvention für den Tourismus aus", so der Tiroler ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth. Er fürchtet, dass Mitarbeiter in Vor-und Nachsaison zunächst subventioniert und dann trotzdem mit Einstellzusage wieder beim AMS geparkt werden: "Mir wäre es lieber, wenn Betriebe gefördert werden, die von sich aus Ganzjahresjobs anbieten."

Die Regierung schreibt in ihrem Programm unter dem Punkt Tourismus: "Mitarbeiter, die vollzeitbeschäftigt sind, sollen während gewisser definierter Zeiträume in der Vor- bzw. Nachsaison zumindest 15, maximal 20 Stunden arbeiten können; z.B. im Zeitraum vom 01. April bis zum 15. Mai, möglicherweise auch bis zum 31. Mai und vom 1. Oktober bis zum 15. Dezember".

Dabei solle "die halbe Differenz zwischen Lohn/Gehalt für Vor-bzw. Nachsaison zum Lohn/Gehalt auf Basis der Anmeldung zur Sozialversicherung während der Hauptsaison vom AMS gezahlt werden, um für die Mitarbeiter diesen Anreiz zur Verlängerung der Beschäftigung zu schaffen". Als Beispiel führen Schwarz und Blau an: "Der Arbeitnehmer auf Vollzeitbasis in der Hauptsaison an der Rezeption arbeitet 20 Stunden in der Vorsaison und erhält die Entlohnung mit AMS-Zuschuss für 30 Stunden. Wenn diese Personen in der Hauptsaison vollzeitbeschäftigt werden, bezahlt der Arbeitgeber Lohn/Gehalt für 30 Stunden und Lohnnebenkosten für 40 Stunden Beschäftigung. Der Betrieb erhält im Nachhinein vom AMS eine Förderung für 10 Arbeitsstunden und für 50 Prozent der Lohnnebenkosten". Versucht werden soll der Plan in Testregionen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte