OECD-Experte zum Arbeitsmarktservice: Kein Reformbedarf

Wien (APA) - Der Arbeitsmarktexperte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Christopher Prinz, kann die von der schwarz-blauen Regierung angestoßene Debatte um die Effizienz des Arbeitsmarktservices nicht nachvollziehen. "Das AMS wird international als eines der effektivsten und am besten geführten Arbeitsmarkservices gesehen", sagte Prinz dem "Standard" (Dienstag).

Um den "heutigen Herausforderungen" - etwa die große Zahl an arbeitssuchenden Flüchtlingen und die "weit verbreiteten psychischen Probleme Arbeitsloser" - gewachsen zu sein, sei entscheidend, das AMS mit ausreichend Mitteln und Expertise auszustatten.

Die österreichische Arbeitsmarkt- und Migrationsexpertin Gudrun Biffl sieht Kürzungen von Integrationsmaßnahmen beim Arbeitsmarktservice kritisch. Es sei "absurd", Förderungen in der Arbeitsmarktintegration zu kürzen, sagte Biffl der Zeitung. Es müsse vielmehr müsse auf die Bedürfnisse der Arbeitslosen geachtet und Maßnahmen dementsprechend angepasst werden.

Der als SPÖ-nahe geltende AMS-Vorstand Herbert Buchinger zeigt sich irrtiert über die von der Bundesregierung via Medien verkündete Einrichtung einer "Task Force" zur Reform des Arbeitsmarktservice inklusive Ladung der AMS-Doppelspitze, die er mit ÖVP-nahen Johannes Kopf bildet. "Ich verstehe nicht, warum man das mit so einem Getöse machen muss. Wir sind alle erwachsene Menschen, mit uns kann man ganz normal reden, wie man das AMS reformieren kann und soll", sagte Buchinger dem "Standard". Wenn die Bundesregierung unzufrieden mit seiner Arbeit sei, erwarte er sich Verhandlungen über eine Vertragsauflösung. Im Oktober hatte der von der Regierung und Sozialpartnern beschickte AMS-Verwaltungsrat die Verträge der AMS-Langzeitvorstände Buchinger und Kopf für sechs weitere Jahre verlängert.

Kopf denkt offenbar nicht an einen Abgang. Der eigene Arbeitsplatz sei für ihn der "absolute Traumjob", sagte der AMS-Vorstand kürzlich im APA-Interview. Die dritte sechsjährige Periode bis 2024 wolle er auf jeden Fall voll erfüllen, versicherte er Mitte März.

Der neunköpfige AMS-Verwaltungsrat berät heute, Dienstagvormittag, über Einsparungen im AMS-Budget 2018. Die neue schwarz-blaue Regierung hat bei den Arbeitsmarkt-Vorhaben der vorigen rot-schwarzen Regierung den Sparstift angesetzt und will Programme kürzen, etwa das Integrationsjahr, das Fachkräftestipendium oder die Aktion 20.000 für ältere Arbeitslose. Für WKÖ-Sozialexperten und AMS-Verwaltungsrat Martin Gleitsmann ist die deutlichen Kürzungen im AMS-Budget 2018 im Vergleich zum Voranschlag der vorigen rot-schwarzen Regierung nicht besorgniserregend. "Das sehe ich überhaupt nicht dramatisch", sagte Gleitsmann dem Ö1-"Morgenjournal". Es gehe vielmehr darum, in Zeiten einer zurückgehenden Arbeitslosigkeit und einer Entspannung beim Thema Flüchtlinge die Mittel, die hohen Mittel, möglichst effizient einzusetzen, um Menschen in Beschäftigung zu bringen.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker