Amazon fährt Verlust ein - "Wolkengeschäfte" geben Hoffnung

Der US-Online-Konzern Amazon schaffte es mit mehr Umsatz einen Bauchfleck zu landen. Unterm Strich bleiben im abgelaufenen 1. Quartal 57 Mio. Dollar Verlust, im Vorjahresquartal wurde noch ein satter Gewinn eingefahren. Die Zahlen zur Geschäftssparte "Cloud" lassen die Anleger angeblich den Quartalsverlust vergessen.

Seattle. Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon ist auch ein Champion bei Cloud-Diensten. Die erstmals veröffentlichten Zahlen zu den Services aus dem Netz enthüllten ein profitables Milliarden-Geschäft. Der Umsatz des Bereichs schoss im ersten Quartal um fast die Hälfte auf 1,57 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro) hoch. Das Cloud-Geschäft verdient auch Geld, mit einem operativen Ergebnis von 265 Mio. Dollar.

Die Aktie legte nachbörslich um fast sieben Prozent zu. Die Investoren wollten schon lange mehr Klarheit darüber, wie das kostspielige Cloud-Geschäft bei Amazon läuft. Jetzt wissen sie, dass die Sparte mindestens ähnlich groß ist wie bei den Konkurrenten Google und Microsoft - und vor allem, dass sie kein Verlustbringer ist. Beim Cloud-Geschäft werden Software und Daten direkt aus dem Internet bereitgestellt. Auf der Infrastruktur von Amazon setzen unter anderem viele Startups auf.

Insgesamt machte Amazon im Quartal aber einen Verlust. Es gab ein Minus von 57 Mio. Dollar, nach einem Gewinn von 108 Mio. Dollar vor einem Jahr. Der Umsatz wuchs um 15 Prozent auf 22,72 Mrd. Dollar, wie Amazon nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Beides war am Markt in einer ähnlichen Größenordnung erwartet worden.

Amazon verwies auf den starken Dollar, der internationale Einnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung niedriger erscheinen lässt. Demnach wäre der Umsatz ohne die negativen Währungseffekte um 22 Prozent gewachsen.

In dieser Situation sanken die Erlöse im Auslandsgeschäft um 1,7 Prozent auf 7,745 Mrd. Dollar und der operative Verlust fiel mit 76 Mio. Dollar mehr als doppelt so hoch aus wie vor einem Jahr. Im Heimatmarkt steigerte Amazon dagegen den Umsatz um fast ein Viertel auf 13,4 Mrd. Dollar, und der operative Gewinn war mit 517 Mio. Dollar um 78 Prozent höher.

Die Cloud-Sparte können die Investoren nun als potenziellen Verlustbringer ausschließen - das könnte aber auch ihre Aufmerksamkeit für andere Bereiche erhöhen. Denn Amazon schwankt traditionell zwischen kleinen Gewinnen und Verlusten. Bisher galten hohe Investitionen ins Cloud-Geschäft als einer der Gründe dafür.

Mit neuen Produkten will der Konzern etwa den iPhone-Hersteller Apple, den Internet-Riesen Google und das aufstrebende Video-Portal Netflix angreifen. Ende August hatte Amazon beim größten Zukauf seiner 20-jährigen Firmengeschichte fast eine Milliarde Dollar für die Videospiele-Plattform Twitch bezahlt. Damit sollen noch mehr eigene Inhalte angeboten werden, die dann auf dem Streamingdienst Instant Video, dem Kindle-Tablet und der Fire TV Set-Top-Box laufen können.

Ärger hat Amazon schon seit längerem in Deutschland. Hier liegt der Konzern mit Verdi im Streit. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne sowie tarifliche Regelungen wie im Einzel- und Versandhandel. Amazon nimmt indes die Logistikbranche als Maßstab, in der weniger gezahlt wird.

Peking (APA/Reuters) - Die chinesische Zentralbank will ungeachtet gestiegener Konjunkturrisiken durch den Handelskonflikt mit den USA vorerst auf größere Hilfen für die Wirtschaft verzichten. Stattdessen sollen die Finanzierungsprobleme von Unternehmen "effektiv gelindert" werden, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme.
 

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Chinas Notenbank verzichtet vorerst auf größere Konjunkturhilfen

Genua (APA/Reuters) - Nach dem Brückeneinsturz in Genua hat Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte den Autobahnbetreiber zu deutlich höheren Entschädigungszahlungen für die Opfer aufgefordert. Den vom Infrastrukturkonzern Atlantia angebotenen Betrag von 500 Millionen Euro nannte der Regierungschef in der Zeitung "Il Corriere della Sera" vom Dienstag bescheiden.
 

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Brückeneinsturz in Genua - Conte fordert mehr Geld von Betreiber

Wien (APA) - Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) befürchtet, dass Österreich in der Grundlagenforschung den Anschluss an die internationale Spitze verliert. Um das zu vermeiden, empfiehlt das Gremium der Bundesregierung, die im Wettbewerb vergebenen Mittel für Grundlagenforschung zu steigern. So sollte das Budget des Wissenschaftsfonds FWF um 80 bis 90 Mio. Euro jährlich erhöht werden.
 

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Forschungsrat empfiehlt mehr Mittel für Grundlagenforschung