Allianz verkauft verlustreiche Tochter in Südkorea

Allianz -Chef Oliver Bäte hat mit dem Großreinemachen bei schwächelnden Beteiligungen im Ausland begonnen. Die tief in den roten Zahlen steckende Lebensversicherungs-Tochter und der zugehörige Vermögensverwalter in Südkorea werden an den aufstrebenden chinesischen Versicherer Anbang verkauft, wie die Beteiligten am Mittwoch mitteilten. Die Allianz war seit 1999 in Südkorea aktiv, doch die langfristigen Zinsgarantien lasteten immer schwerer auf der Bilanz. 2015 verbuchte Allianz Life Insurance Korea bei Beitragseinnahmen von 1,7 Milliarden Euro einen Verlust von 244 Millionen Euro, den Großteil wegen einer Abschreibung auf den Firmenwert. 1000 Mitarbeiter betreuen in Südkorea 1,2 Millionen Allianz-Kunden.

Anbang bezifferte den Kaufpreis auf "mehr als drei Millionen Dollar". Auf die Allianz kommt mit dem Verkauf ein letztes Mal ein Verlust zu: Ein Sprecher sagte, der Münchener Versicherer rechne beim Vollzug der Übernahme mit einer Belastung, die einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag erreichen könnte.
Bäte hatte im Herbst angekündigt, bei defizitären Töchtern härter durchzugreifen. Auf der Bilanzpressekonferenz im Februar hatte er Probleme im Asiengeschäft eingeräumt und Taiwan und Korea als Märkte genannt, in denen sich die hohen Zinsgarantien auf Lebensversicherungen nicht mehr rechneten.
Auch andernorts ist die Allianz auf dem Rückzug: In Italien steht laut Insidern ein Teil des Lebensversicherungs-Geschäfts zum Verkauf. Der betroffene Bestand hat ein Volumen von 4,5 Milliarden Euro. Auch in Italien leidet die Allianz unter den hohen Zinsversprechen, die sie in der Vergangenheit gegeben hatte. Dafür muss sie unter den neuen Eigenkapital-Richtlinien "Solvency II" mehr Kapital zurücklegen. Das Geschäft in Italien könnte der Allianz rund 200 Millionen Euro einbringen, sagten die Insider.
Anbang ist dagegen international auf Expansionskurs. Das erst 2014 als Autoversicherer gegründete Unternehmen hatte im vergangenen Jahr für umgerechnet fast 900 Millionen Euro die Mehrheit an der südkoreanischen Tongyang Life Insurance gekauft. Die 1,6 Milliarden Dollar teure Übernahme des US-Versicherers Fidelity & Guaranty Life wartet noch auf die behördlichen Genehmigungen.
Schlagzeilen hatte Anbang zuletzt mit einem Bietergefecht um die Starwood-Hotels (Sheraton, Westin Grand) gemacht. Die Chinesen mussten aber gegen den Rivalen Marriott klein beigeben. Anbang gehört bereits das weltberühmte Hotel Waldorf-Astoria in New York. Kürzlich hatte der Versicherer für 6,5 Milliarden Dollar den Zuschlag für Strategic Hotels & Resorts erhalten, die dem Finanzinvestor Blackstone gehört.

New York (APA/Reuters) - Das einstige Börsen-Schwergewicht General Electric (GE) verliert nach mehr als 110 Jahren seinen prestigeträchtigen Platz im US-Leitindex Dow Jones. Am 26. Juni wird der Siemens-Rivale im Kreis der 30 wichtigsten Industrieunternehmen der USA von der Drogeriekette Walgreens Boots Alliance ersetzt, wie der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices in der Nacht zum Mittwoch mitteilte.
 

Newsticker

Nach 110 Jahren - GE muss Abschied aus dem Dow-Jones-Index nehmen

New York (APA/Reuters) - Die zunehmende Konkurrenz sowohl von Edelcafes als auch Fast-Food-Ketten macht Starbucks zu schaffen. Die Leistung sei zuletzt "nicht akzeptabel" gewesen, teilte Konzernchef Kevin Johnson am Mittwoch mit. Im kommenden Geschäftsjahr würden deshalb rund 150 Niederlassungen in den USA dichtgemacht.
 

Newsticker

Starbucks schließt 150 Niederlassungen in den USA

Wien (APA) - Der ÖGB will "mit allen uns zur Verfügung stehenden legalen Mitteln gegen den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche" vorgehen und "ab sofort" Betriebsräte-Konferenzen und Betriebsversammlungen in allen Bundesländern abhalten. Für den 30. Juni kündigt ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian eine Demonstration in Wien gegen die Regierungspläne an.
 

Newsticker

Arbeitszeit - ÖGB kündigt Betriebsversammlungen und Demo an